Die Kometensonde Rosetta ist nach einem Beschleunigungsmanöver erfolgreich in einen derzeit noch unregelmäßigen Orbit um den Zielkometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko eingeschwenkt. Derzeit folgt die Sonde einer grob dreiecksförmigen Bahn in ungefähr 100 Kilometer Entfernung vom Kometenkern.

Bild von Tschurjumow-Gerasimenko aus dem Orbit
© ESA / Rosetta / MPS for OSIRIS Team MPS / UPD / LAM / IAA / SSO / INTA / UPM / DASP / IDA
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernDetailaufnahme von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko aus dem Orbit
Nahaufnahme von Tschurjumow-Gerasimenko, aufgenommen aus etwa 130 Kilometer Höhe von Rosetta nach dem erfolgreichen Bahnmanöver, das die Sonde in eine Umlaufbahn brachte. Das Bild zeigt einen Teil des "Kopfes" sowie seinen Schatten auf dem "Körper" des Kometen mit einer Auflösung von 2,2 Metern pro Pixel.

Trotz der Entfernung befindet sich Rosetta schon jetzt quasi im Inneren von Tschurjumow-Gerasimenko – in seiner Koma nämlich. Schon seit April stellen die ESA-Forscher zunehmende Aktivität auf dem Kometenkern fest, die inzwischen eine ausgedehnte Staubhülle erzeugt hat. Im September soll Rosetta sich dem Kern weiter nähern – die Sonde sinkt dann auf einen elliptischen Orbit, der sie bis auf zehn Kilometer an den Kern des kurios geformten Himmelskörpers heranführen wird – auch, um eine geeignete Landestelle für den Lander Philae zu suchen. Philae soll unter anderem das Oberflächenmaterial chemisch analysieren und auf organische Verbindungen untersuchen, die möglicherweise bei der Entstehung des Lebens auf der Erde eine Rolle spielten.

Der Höhepunkt der Mission ist für Mitte November geplant, dann nämlich soll Philae auf dem seltsam geformten Doppelkörper aufsetzen: eine Aufgabe, die wegen des hantelförmigen Kometenkerns deutlich komplizierter sein wird als gedacht. Forscher vermuten, dass dies einer der ersten Ausflüge des Kometen ins innere Sonnensystem ist. Vermutlich ist das die Ursache der bizarren Oberflächenstrukturen. Etwa anderthalb Jahre wird Rosetta insgesamt den Kometen auf seiner Reise begleiten und Messdaten zur Erde funken.

Nahaufnahme des Kometen Tschurjumow-Gerasimenko
© ESA / Rosetta / MPS for OSIRIS Team MPS / UPD / LAM / IAA / SSO / INTA / UPM / DASP / IDA
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernNahaufnahme des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
Detailaufnahme von der Unterseite des Quietscheentchens: Das aus 130 Kilometer Entfernung aufgenommene Foto hat eine Auflösung von 2,4 Metern pro Pixel. Man erkennt Felsblöcke, Klippen und Ebenen.
Der Anflug von Rosetta auf 67P (Animation)
© ESA / Rosetta / Navcam
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernDer Anflug von Rosetta auf 67P
Diese Animation wurde aus 101 Aufnahmen der Navigationskamera von Rosetta erstellt, die im Zeitraum vom 1. bis zum 6. August 2014 entstanden. Dabei schrumpfte der Abstand zum Kometenkern von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko von anfänglich 830 auf nur noch 110 Kilometer. Sehr deutlich lässt sich die bizarre Gestelt des Kerns erkennen und seine sehr rauhe Oberfläche.