Noch ist nicht viel zu sehen, aber dies sind die ersten Bilder, die Europas Kometensonde Rosetta nach dem "Aufwachen" am 20. Januar 2014 von ihrem Zielkometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko aufgenommen hat. Die Bilder entstanden am 20. und 21. März nach dem Einschalten der Kamera OSIRIS und zeigen den Kometen nur als einen Punkt vor dem Hintergrund des Sternenhimmels. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen trennten Rosetta von 67P noch rund fünf Millionen Kilometer, das entspricht der 13-fachen Distanz von der Erde zum Mond. Diese frühen Bilder dienen vor allem der Bestimmung der Bahn von Rosetta und des Kometen für das Feintuning der Anflugphase der Raumsonde im August.

Weitwinkelbild von Rosetta des Kometen Tschurjumow-Gerasimenko
© ESA / MPS for OSIRIS-Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA
(Ausschnitt)
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Im Sternbild Schlangenträger befand sich der Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, als die Weitwinkeloptik der Kamera OSIRIS an Bord von Europas Kometensonde Rosetta dieses Bild am 20. März 2014 aufnahm (siehe Rechteck). Der Komet war zu diesem Zeitpunkt rund fünf Millionen Kilometer, etwa die 13-fache Distanz von der Erde zum Mond, entfernt.

In den kommenden Monaten werden sich die Bilder von 67P drastisch verbessern. Anfang Juli wird der rund vier Kilometer große Kometenkern gerade einmal drei Pixel auf den Bildern der Telekamera von OSIRIS einnehmen, gegen Ende des Monats dann schon rund 130 Pixel. Damit lassen sich schon erste grobe Karten des Kerns erstellen. So können die Missionskontrolleure schon einmal nach ersten Landemöglichkeiten für die mitgeführte Tochtersonde Philae Ausschau halten, die dieser Tage ebenfalls reaktiviert wird. Im August soll dann Rosetta bis auf rund 100 Kilometer an den Kern heranfliegen und in eine Umlaufbahn um ihn eintreten. Dann wird sich der Kern über rund 2000 Pixel in den Bildern erstrecken und füllt bei einer Auflösung von zwei Metern pro Bildpunkt komplett einen HD-Bildschirm.

Derzeit befindet sich Rosetta auf einer Bahn, die sie in einer Entfernung von rund 50 000 Kilometern und einer relativen Geschwindigkeit von 800 Metern pro Sekunde am Kern von 67P vorbeifliegen ließe. Daher sind ab Mai 2014 mehrere Schubmanöver mit den Bordtriebwerken geplant, welche die Annäherungsdistanz auf 100 Kilometer und die Geschwindigkeit relativ zum Kometen auf rund einen Meter pro Sekunde reduzieren. Dann befindet sich Rosetta endgültig auf der Zielgeraden zu Tschurjumow-Gerasimenko.

Telebild von Rosetta vom Kometen Tschurjumow-Gerasimenko
© ESA / MPS for OSIRIS-Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA
(Ausschnitt)
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Am 21. März 2014 nahm die Teleoptik der Kamera OSIRIS an Bord von Europas Kometensonde Rosetta dieses Bild des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko auf (weißer Kreis). Der Komet war zu diesem Zeitpunkt rund fünf Millionen Kilometer, etwa die 13-fache Distanz von der Erde zum Mond, entfernt. Auch auf den Bildern der Telekamera erscheint 67P derzeit nur als ein einzelner Bildpunkt, der Kugelsternhaufen links unterhalb von ihm ist Messier 107 im Sternbild Schlangenträger.

Am Nachmittag kam zudem die Nachricht, dass das Aufwecken des Landers Philae aus dem Winterschlaf erfolgreich war.