Für Menschen, die an Schizophrenie leiden, verschwimmt oft die Grenze zwischen dem eigenen Körper und der Außenwelt. Eine Ursache könnte sein, dass ihr Gehirn bestimmte Signale schlechter weiterleitet: Normalerweise sendet die motorische Hirnregion beim Ausführen einer Bewegung nicht nur Befehle an die Muskeln, sondern informiert auch das sensorische System darüber. Bei Schizophreniepatienten ist diese Rückmeldung, der so genannte Corollary Discharge (CD), offenbar gestört. Das kann dazu führen, dass die Betreffenden Bewegungen nicht als ihre eigene empfinden.

Forscher um Christopher Pack von der McGill University in Montreal haben an sechs Patienten und acht Kontrollpersonen untersucht, wie sich die Hirnsignale bei Schizophrenie von denen bei Gesunden unterscheiden. Dazu mussten die Probanden einen Punkt auf einem Bildschirm mit einer schnellen Augenbewegung verfolgen. Gleichzeitig blinkte für wenige Millisekunden an einer anderen Stelle des Bildschirms ein Balken auf, dessen Position es danach anzugeben galt. Diese Aufgabe erfordert, dass der Proband einschätzen kann, wohin seine Augen zum Zeitpunkt des Aufblinkens blicken – eine Information, die über CD-Signale im Gehirn gewonnen wird.

Schizophreniepatienten verschätzten sich dabei deutlich stärker als die Vergleichspersonen. Offenbar können sie die Position ihrer Augen während der Bewegung weniger gut bestimmen. Die Reaktionszeit unterschied sich dagegen nicht von der gesunder Menschen: Sie konnten den verschobenen Punkt ebenso schnell wieder fixieren, und auch ihr Sichtfeld war nicht stärker eingeschränkt. Das CD-Signal, welches das Ziel der Bewegung übermittelt, scheint bei ihnen also durchaus vorhanden zu sein – nur eben verzerrt.

Das gleiche Signalrauschen könnte auch Ursache für andere Symptome der Schizophrenie wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen sein. Je stärker solche Symptome bei den Patienten ausgeprägt waren, desto größer waren auch ihre Fehleinschätzungen im Test.