Ein neues Fossil aus Südchina zeugt von einer letzten Blüte der Dinosaurier vor ihrem Untergang am Ende der Kreidezeit. Auf den Namen Tongtianlong limosus – "Schlammiger Drache auf dem Weg in den Himmel" – taufte ein chinesisches Forscherteam ihren jüngsten Dinosaurierfund in einem kreidezeitlichen Sumpf nahe der Stadt Ganzhou. Er ist zwischen 66 und 72 Millionen Jahre alt und gehört zu den allerletzten Oviraptorosauriern, einer Gruppe vergleichsweise kleiner zweibeiniger Dinosaurier mit Schnäbeln, die eng mit der Abstammungslinie der Vögel zusammenhängen. Diese Gruppe erlebte einen Populationsschub und die Entstehung vieler neuer Arten in den letzten 15 Millionen Jahren der Kreidezeit, die dann beim Einschlag des Chicxulub-Meteoriten leider allesamt wieder ausstarben.
Das Skelett eines papageienähnlichen Wesens liegt, alle Viere von sich gestreckt, auf einer Steinplatte. Der Kopf ist leicht angehoben. Die Pose sieht ein bisschen aus, als würde es nach einer durchzechten Nacht morgens um sieben vom Gerichtsvollzieher geweckt
© Junchang Lu
(Ausschnitt)
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Die Forscher vermuten, dass der Dinosaurier mit dem papageienähnlichen Kopf sich nicht mehr aus dem Sumpf befreien konnte und langsam im Schlamm versank.

Entdeckt wurde Tongtianlong beim Aushub des Kellers für den Bau einer neuen Schule, berichtet das Team um Junchang Lu von der Chinesischen Akademie der Geowissenschaften. Das Skelett sei nahezu vollständig, obwohl es während Sprengungen mit Dynamit frei gelegt wurde. Das Tier hatte einen vermutlich bunten Kamm auf dem Kopf, ähnlich den modernen Kasuaren, und lag mit ausgestreckten Flügeln und lang gestrecktem Hals auf dem Bauch – die Forscher spekulieren, dass das Tier auch in dieser Haltung starb, weil es im Schlamm stecken geblieben war.