Die großen kontinentalen Eisschilde trugen den Keim ihrer Zerstörung bereits in sich. Zu diesem Schluss kommt der Meeresforscher David Lund von der University of Connecticut samt seinem Team von diversen US-Universitäten. Die Wissenschaftlergruppe untersuchte einen möglichen Zusammenhang zwischen den Eiszeiten und untermeerischem Vulkanismus am ostpazifischen Rücken. In Sedimenten von der Spreizungszone fand die Arbeitsgruppe klare Anzeichen für mehr hydrothermale Aktivität und damit einen stärkeren Vulkanismus am Ende der letzten beiden Eiszeiten – das zusätzliche Kohlendioxid trug vermutlich dazu bei, die Eisschilde schrumpfen zu lassen. Ursache des gesteigerten Vulkanismus war letztendlich die Entstehung der Eiskappen selbst: Sie banden so viel Wasser, dass der Meeresspiegel deutlich sank. Durch den geringeren Druck schmolz mehr Gestein, was den Vulkanismus an den untermeerischen Rücken antrieb.

Dass die Magmaproduktion an den Spreizungszonen am Ozeanboden vom Meeresspiegel abhängt und damit auch mit den Eiszeiten schwankt, dafür gibt es einige Indizien. Allerdings waren die Anzeichen für Phasen höherer Aktivität an den Rücken bisher nicht ausreichend präzise datiert, um einen Zusammenhang zu belegen. Lund und sein Team nutzten nun Sedimente vom ostpazifischen Rücken, jener Plattengrenze mit der höchsten Spreizungsrate, um stärkeren Vulkanismus mit dem Ende der Eiszeiten in Verbindung zu bringen. Als Marker verwendeten sie die Metalle Eisen und Mangan, die von den so genannten Schwarzen Rauchern ausgestoßen werden – je mehr solcher untermeerischer Hydrothermalquellen es gibt, desto mehr Magma muss im Untergrund hervordrängen. Wie sich herausstellte, fielen die beiden deutlichsten Signale in die Zeiträume von 20 000 bis 10 000 Jahre sowie 130 000 bis 120 000 Jahre vor heute – jeweils ziemlich genau am Ende der letzten beiden Eiszeitperioden. Die präzise Übereinstimmung deute auf einen kausalen Zusammenhang hin, finden die Forscher.