Fledermäuse haben im Vergleich zu Vögeln oder Insekten recht schwere Flügel. Das sollte ihnen eigentlich einen Nachteil in Sachen Manövrierfähigkeit verschaffen. Tut es aber nicht, sagen nun Forscher um Sharon Swartz von der Brown University. In einem Versuch fanden sie heraus, dass die behäbigen Schwingen den Tieren offenbar sogar dabei helfen, ein ganz spezielles Flugmanöver zu vollführen: Sie ermöglichen es ihnen, kopfüber zu landen.

Die Wissenschaftler trainierten Fledermäuse von zwei verschiedenen Spezies im Labor darauf, in ein Gehege zu fliegen und dort mit den Füßen voran an einem Gitter unter der Decke zu landen. Mit Highspeedkameras zeichneten sie die Flugbewegung der Tiere dabei genauestens auf. Bei der Analyse des Videomaterials entdeckte das Team um Swartz: Die Fledermäuse leiteten die Landung kopfüber offenbar dadurch ein, dass sie einen Sekundenbruchteil zuvor einen Flügel ein Stück an den Körper heranzogen, während sie den anderen Flügel weit ausbreiteten und weiterschlugen. Mit jedem Flügelschlag vollführten die Tiere dadurch eine halbe Drehung und brachten ihre Füße so in die richtige Position gen Decke. Auf gleichem Weg gelang es den Tieren auch, ihren Flug wieder zu stabilisieren, wenn die Forscher in einem zweiten Versuchsdurchlauf das Gitter an der Decke entfernten und die Fledermäuse so keine Möglichkeit mehr hatten, dort Halt zu finden.

Eine Computersimulation mit den Flugdaten der Fledermäuse offenbarte anschließend, dass sich die Tiere bei der Landung kopfüber offenbar vor allem auf Trägheitskräfte verlassen – und ihre Rolle in der Luft also nach einem ähnlichen Prinzip vollführen wie Katzen, die fallen und sich im Flug reflexartig so drehen, dass sie meist auf den Pfoten landen, erklären die Forscher. Verliehen sie den virtuellen Fledermäusen in ihrer Simulation ebenso leichte Flügel, wie sie eine Taufliege im Vergleich zu ihrer Körpermasse besitzt, gelang ihnen dieser Trick dagegen nicht mehr.