Mittlerweile ist "Tatooine" nicht mehr nur eingefleischten Sciencefiction-Fans ein Begriff: jener Planet aus den Star-Wars-Filmen, der gleich zwei Sonnen umkreist. Spätestens seit der Entdeckung des Exoplaneten Kepler-16b ist jedoch klar, dass es im Weltraum tatsächlich derartige Konstellationen gibt – und sie sind deutlich häufiger, als bislang angenommen wurde. 40 bis 50 aller Exoplaneten könnten laut dem Astronomen Steve Howell vom NASA Ames Research Center im Silicon Valley um Doppelsternsysteme kreisen. Damit sind diese Systeme mindestens so häufig wie unser Sonnensystem, das bekanntermaßen nur aus einem Stern mit seinen Planeten besteht.

Für ihre Studie haben die Forscher um Howell den Nachthimmel mit hoher Auflösung abgesucht und dabei mit Hilfe zweier Teleskope den unmittelbaren Bereich um bestimmte Sterne dutzendfach pro Sekunde fotografiert. Diese Bilder werden dann von einem Computer mit Hilfe bestimmter Algorithmen zusammengesetzt. Dadurch können sie selbst noch extrem schwach leuchtende Sterne in unmittelbarer Nähe zum ursprünglich aufgesuchten Stern aufspüren – mit Abständen, die maximal der 100-fachen Distanz zwischen Sonne und Erde entsprechen. Umkreist ein Planet ein Binärsternsystem, dessen beide Partner sehr eng zusammenstehen, so ergäbe dies tatsächlich ein Szenario wie auf Tatooine: Ein Betrachter sähe zwei Sonnen. In anderen Fällen würde es nie Nacht, weil stets eine Sonne scheint.