Forscher haben einen Pilz mit einem Skorpion-Gen versehen, dessen Produkt seine Toxizität für Insekten stark erhöht. Metarhizium anisopliae wird bereits seit über hundert Jahren zur biologischen Schädlingsregulierung eingesetzt, da verschiedene Stämme hochspezifisch bestimmte Insektenarten infizieren.

Um seine Wirksamkeit weiter zu steigern, fügten Chengshu Wang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Shanghai und Jaymond St. Leger von der Universität Maryland das Gen für das Skorpion-Gift Androctonus australis insect neurotoxin (AaIT) in das Erbgut eines Stammes ein. Damit die Pilze das Toxin nicht dauerhaft produzieren, manipulierten die Wissenschaftler das Gen so, dass es erst im Blutkreislauf der Arthropoden angeschaltet wird.

Wang und St. Leger infizierten Mücken, Raupen und Kaffeekirschenkäfer mit dem gentechnisch veränderten Schlauchpilz. Er tötete die Tiere bis zu dreißig Mal so schnell wie sein Verwandter ohne Skorpion-Gift. Inzwischen testen die Forscher noch weitere Toxin-Gene in unterschiedlichen Metarhizium-Stämmen. Sie erhoffen sich damit, ein breites Spektrum spezifischer Bio-Pestizide herzustellen. (as)