Ein Computerprogramm, das automatisch Sprachmuster analysiert, detektiert Psychosen bei Jugendlichen, bevor sie ausbrechen. Dass dieses Prinzip tatsächlich funktioniert, zeigte ein Team um die Psychologin Cheryl Corcoran in einer Studie an 34 psychosegefährdeten Jugendlichen im Alter von 14 bis 27 Jahren. Dabei interviewten die Forscher ihre Versuchspersonen und überprüften nach zweieinhalb Jahren, welche der Probanden die Krankheit entwickelt hatten. Dabei zeigte sich, dass das Computerprogramm die fünf Betroffenen tatsächlich korrekt identifiziert hatte.

Etwa ein Prozent aller Jugendlichen in der untersuchten Altersspanne gilt auf Grund bestimmter erblicher Persönlichkeitsmerkmale wie einer Neigung zu ungewöhnlichen Gedankengängen oder erhöhtem Misstrauen als psychosegefährdet. Von ihnen werden allerdings nur etwa 20 Prozent tatsächlich krank – könnte man diesen Anteil möglichst frühzeitig identifizieren, täten sich ganz neue Möglichkeiten bei Behandlung und Prävention auf. Die hohe Trefferquote des Computers lässt das zumindest möglich erscheinen. Drei Parameter, die anzeigen, wie komplex und zusammenhängend Sprache und Gedanken der Versuchspersonen sind, filterte das Programm heraus und trug sie in ein Diagramm ein. Die Risikojugendlichen, die keine Psychose entwickelten, lagen alle innerhalb eines zusammenhängenden Bereichs im Diagramm – jene, die erkrankten, deutlich außerhalb.