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US-Raumfähre: Start der Discovery zum dritten Mal verschoben

Discovery STS128
Raumfähre Discovery vor dem Start von STS-128 | Das Bild zeigt das NASA-Spaceshuttle Discovery am 4. August 2009 auf der Startrampe 39A des Kennedy Space Center in Florida. Von hier aus starten alle Flüge der US-Raumfähren. Eine fahrbare Startplattform bringt das vollständig montierte Shuttle samt externem Tank und Feststoffboostern von der Montagehalle bis zur Rampe. Unter der Plattform befindet sich der Abgasschacht, der die heißen Raketengase beim Start zur Seite ablenkt.
Die Us-Raumfähre Discovery bleibt vom Pech verfolgt: Verhinderte am 25. August 2009 schlechtes Wetter den Start, so streikte am 26. August ein Treibstoffventil, so dass die NASA den für diesen Tag geplanten Start abbrechen musste. Wegen der Ventilprobleme entschloss sich die NASA kurzfristig am 28. August, den Start um einen weiteren Tag auf den 29. August, um 5:59 Uhr MESZ zu verschieben. Die 128. Shuttlemission soll rund 14 Tonnen Gerätschaften und Material zur Internationalen Raumstation liefern.

Bei den beiden vergangenen Starts von Discovery und Endeavour verzögerten Lecks an den Wasserstoffleitungen des externen Tanks den Abflug. Dieses Problem will die NASA nun im Griff haben. Das Befüllen des Tanks beginnt jedoch erst rund neun Stunden vor dem Start, so dass es auch dann noch zu Überraschungen kommen kann. Für den Fall erneuter Probleme stehen bis Ende August noch vier weitere Startfenster für die Raumfähre offen, so dass die NASA insgesamt von einem erfolgreichen Start bis Ende des Monats mit mehr als 96 Prozent Wahrscheinlichkeit ausgeht.

Das Innere des Leonardo-MPLM | Der russische Kosmonaut Yuri Gidzenko schwebt im Inneren des Multi-Purpose Logistics Module (MPLM) Leonardo, bei dessen erstem Einsatz im März 2001. Die drei Frachtmodule Leonardo, Raffaello und Donatello dienen der NASA beim Transport von Kleinteilen zur ISS unter Atmosphärendruck. Sie passen genau in den Transporthangar der Spaceshuttles und docken per Roboterarm vorübergehend an das Modul Unity an. Danach nimmt das Shuttle die Module wieder mit zurück zur Erde.
Den größten Teil des Laderaums füllt bei diesem Flug das Multi-Purpose Logistics Module (MPLM) Leonardo aus. Die MPLM-Druckmodule dienen der NASA auf Shuttleflügen zum Transport von kleineren Geräten und Nachschubmaterial. Sie docken am Modul Unity an und kehren nach dem Entladen mit dem Shuttle zur Erde zurück. Auf dem Rückweg können sie so nicht länger benötigte Teile und Experimente tragen.

Neu auf die Station kommen bei diesem Flug unter anderem:
  • Eine Gefriereinheit für biologische Proben, um diese bei minus 80 Grad Celsius zu konservieren.
  • Zwei neue Experimentenracks für den Bereich Materialwissenschaften, mit denen sich das Auskristallisieren von Metallen und das Siedeverhalten verschiedener Flüssigkeiten in Schwerelosigkeit testen lässt.
  • Ein Laufband, das die Astronauten bei ihrem täglichen Training gegen den Muskelschwund unterstützen soll.
  • Neue Schlafracks für das amerikanische Modul Harmony.
  • Ein Luftaufbereiter für das US-Modul Tranquility, das im Jahr 2010 die Station erreichen wird.
Bei insgesamt drei Außenbordmissionen tauschen die Astronauten unter anderem einen leeren Kühlmitteltank gegen einen rund 800 Kilogramm schweren vollen Tank aus.

Mit der siebenköpfigen Shuttlecrew befinden sich nach dem Andocken erneut 13 Personen auf der ISS. Nicole Stott verbleibt auf der Station und löst Timothy Kopra als Bordingenieur ab, der gerade erst einen Monat zuvor mit der Endeavour auf die Station kam.

Nach der Rückkehr der Discovery, die für den 9. September geplant ist, will die NASA noch sechs weitere Shuttles zur ISS entsenden, bevor die Raumfähren voraussichtlich 2011 endgültig außer Dienst gehen. Da somit jedoch eine mehrjährige Lücke bis zum Start der neuen Orion-Raumfähren entstehen würde, berät zurzeit bereits eine vom Weißen Haus einberufene Kommission über eine erneute Verlängerung des Shuttleprogramms.

Ralf Strobel

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