Schon kurz nach Jahresanfang ist am 2. Januar Vollmond. Einige Tage später eignen sich die Nächte wieder für tiefere Blicke ins All. In den ersten Wochen des Jahres lassen sich gleich zwei Sternbedeckungen durch Asteroiden über Deutschland sichten: Am 9. Januar bedeckt der Asteroid (138) Tolosa den Stern HD 245247 für rund 5,5 Sekunden. Der Stern ist etwa 8,8 mag hell, der Asteroid etwa 12,8 mag. Bei der Bedeckung wird der Stern so scheinbar um vier Magnituden schwächer. Der Stern HD 245247 befindet sich im Sternbild Stier zwischen den Hörnern des mythologischen Tiers. Der Bedeckungspfad verläuft über Osteuropa, Ost- und Norddeutschland, Schottland, Südgrönland und Kanada und ist über Deutschland zwischen 2:04 und 2:05 Uhr MEZ zu sehen. In einem Teleskop ab 20 Zentimeter Öffnung liegt der Asteroid (138) Tolosa mit 12,8 mag gerade an der Wahrnehmungsgrenze.

Der Bedeckungspfad des Asteroiden (138) Tolosa für den Stern HD245247
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Am 9. Januar 2018 wird der Asteroid (138) Tolosa den Stern HD 245247 im Sternbild Stier zwischen 2:04 und 2:05 Uhr MEZ für rund 5,5 Sekunden bedecken. Der Finsternispfad läuft über den Norden von Deutschland.
Aufsuchkarte für den Stern HD 245247 im Sternbild Stier
© Tobias Häusler / Easy Sky
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Für weitere Informationen über das Geschehen am Nachthimmel im Januar empfehlen wir Ihnen die monatliche Rubrik "Aktuelles am Himmel", die in jedem Heft von "Sterne und Weltraum" erscheint.

Die zweite Sternbedeckung ereignet sich am 13. Januar. Dann wird der Asteroid (8) Flora den Stern IRAS 06364+2211 im Sternbild Zwillinge für mehr als 17 Sekunden bedecken. Das ist extrem lang für eine Sternbedeckung durch einen Asteroiden, die sonst nur wenige Sekunden andauern. Dafür ist der Helligkeitsabfall mit nur einer Magnitude relativ wenig, denn der Stern ist mit 8,1 mag nur wenig heller als (8) Flora. Der Stern IRAS 06364+2211 ist zwischen den Füßen der Zwillinge zu finden. Der Bedeckungspfad führt über ganz Asien von China bis zur Ukraine und dann weiter über Mitteldeutschland bis Nordfrankreich. Die Sternbedeckung kann zwischen 19:17 und 19:18 Uhr MEZ beobachtet werden. Beide Sternbedeckungen lassen sich leicht in relativ kleinen Amateurteleskopen sehen.

Der Bedeckungspfad des Asteroiden (8) Flora für den Stern IRAS 06364+2211 in den Zwillingen
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Am 13. Januar zwischen 19:17 und 19:18 Uhr bedeckt der Asteroid (8) Flora den Stern IRAS 06364+2211 im Sternbild Zwillinge für 17 Sekunden. Der Bedeckungspfad verläuft über die Mitte Deutschlands.

Die IOTA/ES (International Occultation Timing Association – European Section) hat eine spezielle Webseite für die Bedeckung durch (8) Flora am 13. Januar 2018 eingerichtet. Hier finden Sie detailierte Pfad-Karten zu dem Ereignis und Vorlagen für den Beobachtungsbericht in Deutsch und Englisch. Eine Anleitung zum Ausfüllen des Berichts auf Deutsch ist ebenso vorhanden. Für Beobachter, welche die Sternbedeckung messen wollen, hat die IOTA-ES ein Dokument mit Hinweisen zur visuellen Messung und Auswertung der Bedeckung mit einfachen Mitteln ebenfalls auf Deutsch bereitgestellt.

Aufsuchkarte für den Stern Stern IRAS 06364+2211 im Sternbild Zwillinge
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 Bild vergrößernAufsuchkarte für den Stern Stern IRAS 06364+2211 im Sternbild Zwillinge

In der ersten Januarhälfte begegnen sich Jupiter und Mars am Himmel. Am 7. Januar nähert sich der Rote Planet dem Gasriesen bis auf nur zwölf Bogenminuten an, das ist weniger als ein Drittel der Vollmondbreite. Mit diesem kleinen Winkelabstand zeigen sie sich zusammen im Gesichtsfeld eines Teleskops. Der tatsächliche Abstand beträgt allerdings immer noch 595 Millionen Kilometer oder rund das Vierfache der Distanz Erde-Sonne. Die größte Annäherung ereignet sich um 2:55 Uhr MEZ und damit für uns noch knapp unter dem Horizont, bevor die beiden Planeten etwa eine Stunde später im Südosten aufgehen.

Die Annäherung von Jupiter und Mars im Gesichtsfeld eines Teleskops (Simulation)
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 Bild vergrößernDie Annäherung von Jupiter und Mars im Gesichtsfeld eines Teleskops
Am 7. Januar kommen sich der rote Planet Mars und der Riesenplanet Jupiter bis auf etwa zwölf Bogenminuten nahe und lassen sich wie in der dieser Simulation zusammen im Gesichtsfeld eines Teleskops beobachten. Die dichteste Annäherung erfolgt um 2:55 Uhr MEZ, dann stehen die beiden Planeten in unseren Breiten noch unter dem Horizont. Hier ist die Situation um 6:05 Uhr MEZ dargestellt, wobei sich die beiden Planeten schon wieder ein klein wenig voneinander entfernt haben.

Die Wintersternbilder stehen jetzt während der langen Nächte hoch am Himmel. Auch Sirius, der hellste Stern am Firmament, entfaltet seinen höchsten Glanz. Er liegt unter dem berühmten Himmelsjäger Orion im Sternbild Großer Hund. Schon die alten Ägypter richteten sich nach dem "Hundsstern". Denn Sirius und der Große Hund sind am frühen Morgen tatsächlich Boten des Winters.

Das Sternbild Großer Hund
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Der Hauptstern des Sternbilds Großer Hund ist Sirius, der hellste Fixstern am Firmament. Den Großen Hund finden Sie links unterhalb des berühmten Himmelsjägers Orion.

Sirius hat auch dem ambitionierten Beobachter etwas zu bieten. Da er oft relativ niedrig über dem Südhorizont steht, wird sein bläulich-weißes Licht in alle Spektralfarben gebrochen und er funkelt wie ein Diamant. Der Stern ist etwas größer als unsere Sonne, hat etwa die doppelte Masse und ist mit einer Entfernung von rund 8,6 Lichtjahren quasi "um die Ecke". Aber auch wenn es auf den ersten Blick den Anschein hat, ist er nicht allein. Sirius ist ein Doppelstern mit einem kleinen Weißen Zwerg als Begleiter. Das ungleiche Paar umkreist seinen gemeinsamen Schwerpunkt in annähernd 50 Jahren. Mit Teleskopen ab 20 bis 25 Zentimeter Durchmesser und nur unter sehr guten Bedingungen kann man den Weißen Zwerg auch selbst sehen. Es ist allerdings nicht ganz einfach, neben dem hellsten Stern am Himmel zu glänzen.

Sirius A und B
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Sirius, der Hauptstern des Sternbilds Großer Hund, ist ein Doppelstern, denn er wird vom Weißen Zwerg Sirius B begleitet. Beide umlaufen ihren gemeinsamen Schwerpunkt in rund 50 Jahren.