Zwei Sternschnuppen der Gemeniden
© Erwin Filimon
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In der Nacht vom Montag, den 13. zum Dienstag, den 14. Dezember 2010 ist der Höhepunkt der Geminiden, einer der schönsten Meteorströme des Jahres zu sehen. Ihr Ausstrahlungspunkt liegt im Sternbild Zwillinge, knapp nordwestlich vom Stern Kastor und erreicht kurz nach 2 Uhr seinen Höchststand. Zwar fällt in diesem Jahr das mittlere Maximum des Sternschnuppenstroms auf etwa 12 Uhr MEZ des 14. Dezember, trotzdem wird es schon in der vorhergehenden Nacht zu einer eindrucksvollen Meteoraktivität kommen.

Nach Monduntergang liegt zwischen 24 Uhr und 6 Uhr die beste Beobachtungszeit. Unter sehr dunklem Himmel dürfte ein aufmerksamer Beobachter dann 50 bis 60 Geminiden pro Stunde zu sehen bekommen. Ihre Geschwindigkeiten beim Eintritt in die Erdatmosphäre liegen um 35 Kilometer pro Sekunde. Die Geminiden sind besonders eindrucksvoll, weil sie viele helle, typischerweise gelb-weiß leuchtende Meteore hervorbringen.

Die Geminiden sind nichts anderes als eine die Sonne umkreisende Staubwolke. Als ihr Ursprungskörper gilt ein als Asteroid klassifiziertes Objekt namens (3200) Phaeton. Er umläuft auf einer einer stark elliptischen Bahn die Sonne einmal in 524 Tagen. Diese Bahn ähnelt stark derjenigen eines Kometen. Daher wurde verschiedentlich vermutet, dass Phaeton ein "erloschener" Komet ist, der seine flüchtigen Bestandteile Gas und Staub bei seinen Annäherungen an die Sonne bereits vollständig verloren hat.

Für Amateurastronomen gibt es auf den Webseiten der International Meteor Organization eine Livegrafik , in der mit den weltweiten visuellen Beobachtungen ein Aktivitätsprofil der Geminiden erstellt und ständig aktualisiert wird. Alle Interessierten sind dazu eingeladen, zu dieser Kurve beizutragen. Bei der Beobachtung sind neben der Unterscheidung von Geminiden und Nicht-Geminiden zwei Dinge wichtig: Zum einen muss man bei der Zählung der Sternschnuppen ausreichend Zeitmarken notieren, am besten in Abständen von etwa 10 bis 15 Minuten, damit sich später auch kleinere Strukturen innerhalb des Meteorstroms auflösen lassen.

Tabelle für die Vergleichssterne
© Sterne und Weltraum
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Außerdem müssen die beobachteten Raten auf den Standartwert von +6,5 mag bei dunklem Himmel normiert werden. Dafür muss man die Grenzhelligkeit der eigenen Beobachtung bestimmen. Eine sehr praktische Methode dafür ist das Zählen der Sterne in einem vordefinierten Dreieck am Himmel. Mit der Anzahl der Sterne im Sterndreieck alpha-beta-epsilon Gemini kann man die Grenzhelligkeit aus der hier gezeigten Tabelle ablesen. Die Ecksterne werden dabei mitgezählt. Für jeden Meteor notiert man idealerweise auch eine geschätzte Helligkeit, die sich auf den hellsten Punkt der Bahn bezieht. Zum Vergleich können beispielsweise die drei am höchsten stehenden Sterne im Sternbild Perseus (alpha, gamma, eta Per) dienen, ganz grob 2, 3 und 4 mag.

Barbara Wolfart