Mitten im Pazifik, auf einer winzigen Insel im Marquesas-Archipel, 1500 Kilometer von Tahiti entfernt, überdauert eine der seltensten Vogelarten der Erde – gerade noch: Lediglich 25 erwachsene Individuen des Fatu-Hiva-Monarchen (Pomarea whitneyi) haben bis heute überlebt, warnt die Vogelschutzorganisation Birdlife International. Die Zahl der fortpflanzungsfähigen Paare soll sogar nur noch bei fünf liegen, weshalb die Art akut vom Aussterben bedroht ist. Seit der Jahrtausendwende hat sich ihre Zahl demnach drastisch von bis zu 1000 Exemplaren auf rund zwei Dutzend verringert. Damals gelangten Ratten auf die kleine Insel, die als Nesträuber weltweit von Ökologen gefürchtet werden.

Momentan hängt der Fortbestand der Art quasi einzig von der Arbeit einiger engagierter Inselbewohner ab, die in einem kleinen Schutzgebiet massiv die Ratten bekämpfen. In diesem Reservat leben mittlerweile 90 Prozent des Weltbestands. Problematisch sind zudem frei laufende Katzen, die immer wieder erwachsene Monarchen erbeuten. Aus dem sicheren Schutzgebiet abwandernde Vögel enden daher häufig in den Fängen der Katzen. Mangels ausreichender Mittel zur Katzenkontrolle nahm die Zahl der dadurch verursachten Opfer 2015 deutlich zu. Noch ist aber nicht alles verloren, denn dank dem stetigen Kampf gegen die Fressfeinde schlüpften in den letzten Jahren zunehmend mehr Küken und wurden flügge: In der bislang letzten Brutsaison 2014 flogen daher acht junge Monarchen aus – ein Höchststand, seit das Rettungsprogramm begann. Eine einzige Naturkatastrophe kann jedoch das Aus für die Art bedeuten. Geplant ist daher, die Rattenbekämpfung auszuweiten und auf lange Sicht eine zweite Population auf einer von invasiven Arten freien Insel anzusiedeln.