Das kalifornische Death Valley verbindet man eher mit Salz-, Fels- und Sandwüste, nicht mit einer blühenden Blumenwiese. Doch genau dieses Phänomen erwartet den US-Nationalpark wohl in den nächsten Wochen, wie der US National Park Service (NPS) bekannt gab. Schon jetzt blühen zahlreiche Wüstensonnenblumen (Geraea canescens) und Nachtkerzengewächse der Art Camissonia claviformis im Bereich von Badwater, der tiefsten Stelle des Tals. Und der Höhepunkt könnte noch bevorstehen, da weitere Regenfälle erwartet werden. In diesem Frühling könne sich daher sogar eine "Superblüte" einstellen, so der NPS, die normalerweise nur einmal pro Jahrzehnt auftritt – die letzten Male war dies 2005 sowie 1998 der Fall.

Während das Death Valley eigentlich zu den trockensten Gebieten der USA gehört, fiel dort seit Oktober 2015 mehrmals ausgiebig Regen. Allein Anfang Februar ergoss sich in wenigen Tagen so viel Niederschlag auf das Tal wie sonst in einem kompletten Monat, mehr könnte in den nächsten Wochen folgen. Ausgelöst werden die Regenfälle durch den gegenwärtigen El Niño, der feuchte Luftmassen vom Pazifik nach Kalifornien bringt und die seit Jahren herrschende Dürre in dem US-Bundesstaat zumindest langsam etwas lindert. Dank der großen Höhenunterschiede im Park müssen sich Besucher auch nicht zu sehr beeilen, wenn sie das Spektakel erleben wollen. Während zunehmende Hitze den Pflanzen bei Badwater bereits langsam zusetzt, beginnen sie an den Hängen erst auszutreiben. Pflanzenfreunde können auf mehrere Dutzend Arten hoffen, die im Death Valley heimisch sind. Ein ähnliches Schauspiel fand im Oktober 2015 übrigens ebenso auf der Südhalbkugel statt, als dort Frühling herrschte: Damals hüllten Blütenpflanzen die Atacama in bunte Farben.