Auf dem Weg zum künstlich nachgezüchteten Ersatzorgan sind Forscher einen Schritt weiter gekommen: Es gelang ihnen, aus wenigen Stammzellen einen funktionsfähigen Thymus in einem Versuchstier heranwachsen zu lassen.

Die Forscher hatten dazu Fibroblasten-Zellen aus Mäuseembryos genetisch in Stammzellen und dann in in Thymuszellen verwandelt und zusammen mit zur Versorgung dienenden Zellen in Mäuse transplantiert. Nach einiger Zeit hatte sich aus dem Zellhaufen ein funktionsfähiges Organ gebildet: Wie das natürlich gewachsene Original differenzierte sich der Zellhaufen in einen Rinde- und Markbereich und produzierte am Ende auch T-Lymphozyten aus Vorläuferzellen.

Der Thymus ist ein vergleichsweise einfaches Organ; zudem sind die eingesetzten Techniken nicht 1:1 für einen Versuch beim Menschen anwendbar, geben die Forscher zu bedenken. Dennoch freuen sie sich über einen Fortschritt, denn bisher hat sich noch nie ein vollständiges Organ aus wenigen Zellen autonom gebildet. Erfolgreich waren aufwändigere Verfahren, bei denen Zellen in ein vorgefertigtes Gerüst eingearbeitet und nach dem Anwachsen implantiert wurden; so entstehen etwas kurze Ersatz-Blutgefäße oder Blasengewebe. Der Thymus ist beim Menschen ein für Erwachsene mit ausgebildetem Immunsystem verzichtbares Organ: es bildet sich im Laufe der Pubertät zurück.