Schizophrene Erkrankungen betreffen rund ein Prozent der Bevölkerung. Die Störung tritt häufig zum ersten Mal im Jugendalter auf und kündigt sich meist schon mit typischen Warnzeichen an, etwa Verfolgungsideen oder sozialer Rückzug. Eine Studie von Psychiatern um Paul Amminger von der Universität Wien deutet nun darauf hin, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren in der Nahrung das Erkrankungsrisiko vermindern.

Die Wissenschaftler untersuchten 81 Kinder und Jugendliche zwischen 13 und 25 Jahren, die leichte psychotische Symptome beziehungsweise eine familiäre Vorbelastung aufwiesen. Zwölf Wochen lang schluckte gut die Hälfte der Probanden täglich 1,2 Gramm Fischöl, das einen hohen Anteil langkettiger Omega-3-Fettsäuren enthält. Die übrigen 40 Teilnehmer bekamen ein Placebo. Von letzteren entwickelten im Lauf des folgendes Jahres elf eine voll ausgebildeten Psychose, jedoch nur zwei der Fischölkonsumenten. In dieser Gruppe berichteten zudem viele Probanden von einer spürbaren Besserung ihrer Symptome.

Die Forscher führen den schützenden Effekt der Fettsäuren auf Veränderungen an den Membranen der Nervenzellen zurück. Dadurch könnten die Botenstoffen im Gehirn möglicherweise effizienter Signale übertragen. "Unsere Resultate macht Hoffnung auf neue Behandlungsansätze", so Amminger. Fischölkapseln haben keine bekannten Nebenwirkungen, ganz im Gegensatz zu den üblichen Antipsychotika, die oft starke Gewichtszunahme oder Verlust der Libido bewirken. Das ist besonders für junge Patienten ein Problem. Eine große internationale Studie soll die Wirkung ungesättigter Fettsäuren nun genauer prüfen. (ja)


Amminger, G. et al.: Long-Chain Omega-3 Fatty Acids for Indicated Prevention of Psychotic Disorders: A Randomized, Placebo-Controlled Trial. In: Archives of General Psychiatry 67, S. 146-154, 2010.