Im Gillbach, einem Rheinzufluss nahe Köln, haben Wissenschaftler um Sven Klimpel von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung bei der lokalen Fischfauna Parasiten aus wärmeren Regionen aufgespürt. Die Würmer stammen ursprünglich von Zierfischen, die sich dank des warmen Kühlwassers des Kraftwerks Niederaußem in dem Bach wohl fühlen. Inzwischen befallen sie allerdings auch einheimische Fischarten, wie die Arbeitsgruppe bei ihrer Untersuchung feststellte. Der Bach sei damit ein Reservoir und Einfallstor für tropische Arten in heimische Gewässer, so Klimpel.

Klimpel und sein Team untersuchten die Mägen von 77 tropischen Zebrabuntbarschen aus dem durch das Kraftwerk auf bis zu 30 Grad erwärmten Wasser des Flusses. Dabei fanden sie besonders häufig den asiatischen Fadenwurm Camallanus cotti, der Fische sogar töten kann. Die Arbeitsgruppe berichtet in ihrer Veröffentlichung außerdem, dass auch einheimische Parasiten den eingewanderten Fisch als Wirt nutzen, während umgekehrt tropische Fadenwürmer in einheimischen Fischen auftauchen. Die Untersuchung zeigt, dass sich die tropischen Arten im Prinzip in hiesigen Fließgewässern etablieren können, obwohl bisher noch nicht klar ist, ob die Parasiten auch in weniger komfortabel beheizten Gewässern überleben.