Wenn der T. rex zubeißt, naht das Ende der Beute schnell – und das nicht nur im Film, wie eine Studie von Kirstin Brink von der University of Toronto Mississauga und ihrem Team in "Scientific Reports" zeigt: Der Tyrannosaurus und mit ihm verwandte Arten besaßen einzigartig scharfe und widerstandsfähige Zähne. Ihre Zahnspitzen wiesen eine eingekerbte Schneide auf, wie wir sie heute beispielsweise bei Steakmessern produzieren. Damit konnten die Tiere mühelos das Fleisch und die Knochen ihrer Mahlzeit durchtrennen. Schon die Jungtiere verfügten über diese Zahnstruktur, wie Brink und Co bei noch nicht durchgebrochenen Zähnen im Kiefer des Nachwuchses nachweisen konnten. In ihrem Inneren bildeten die Zähne zudem ein sehr stabiles Gerüst, so dass sie nur schwer brachen – Strukturen, die vielen anderen Raubtieren fehlen. Nur die indonesischen Komodowarane verfügen heute noch über ein ähnliches Gebiss.

Der Tyrannosaurus rex war damit nach Brinks Meinung sehr wohl in der Lage, auch erwachsene Beute zu töten – eine Ansicht, die in den letzten Jahren vermehrt in Frage gestellt worden war. So galt sein Biss als zu schwach, um größere Tiere zu erlegen, stattdessen habe er sich vor allem von Aas oder Jungtieren ernährt, so die Argumentation. Allerdings wurden T.-rex-Zähne auch in größeren Dinosauriern gefunden. Zudem zeigten Bisskraftanalysen, dass der Spitzenräuber sehr wohl kräftig zuschnappen konnte. "Es ist faszinierend, dass alle Tierzähne aus den gleichen Bausteinen bestehen", so Brink. "Aber wie diese Bausteine zusammengefügt sind, beeinflusst entscheidend, wie das Tier sein Beute frisst."