Die immer häufigeren katastrophalen Überflutungen in China sind nicht nur wegen einem schlecht geplanten Wasserstraßenmanagement hausgemacht: Auch die starke Luftverschmutzung vor allem in den urbanen Zentren löst Effekte aus, die die Überschwemmungen verursachen oder verschlimmern. Wie das zusammenhängen kann und welches Ausmaß erreicht wird, haben Forscher nun am Beispiel der Sichaun-Fluten des Jahres 2013 untersucht. Damals hatten sich in der bergigen Provinz im Südwesten Chinas die schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten ereignet.

Die Region ist in der Regenzeit häufig von über die Ufer tretenden Flussläufen und Erdrutschen betroffen – besonders dramatisch aber im Juli 2013, als die zahlreichen Nebenflüsse des Jangtse die Senke des Sichuan-Beckens überschwemmten. Hier liegen auch Industriezentren und Städte, die eine große Menge von Aerosolen in die Atmosphäre blasen. Die Wissenschaftler haben den Effekt dieser Abgase für eine kritische Zeitphase vor den Fluten nun analysiert und ermittelt, dass sie einen schon andernorts ähnlich beobachteten drastischen Einfluss auf die Schwere der Regenstürme hatten. Wären die Emissionen auf einem Niveau geblieben wie vor dem wirtschaftlichen Boom vor Ort, so hätte dies zu einem 60 Prozent geringerem Regenmengen geführt.

Aerosole in der Atmosphäre der Senke verstärken Unwetter: Sie erwärmen die Luft weiter und bremsen ausgleichende Konvektionsströmungen. Dies sorgt für eine viel höhere Feuchtigkeitsmenge, die dann schließlich kondensiert und abregnen kann. Am dringlichsten wäre ein Reduktion von freigesetzten feinen schwarzen Rußpartikeln, so die Forscher: Solche Aerosole trägt am meisten zu den Effekten bei. Je nach Zusammensetzung Wirkungen haben, etwa eine Wolkenbildung verhindern.