Chinesische Forscher um Bo Wang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften haben die älteste bisher bekannte brutpflegende Pflanzenlaus entdeckt. In einem Stück Bernstein fanden sie eine 100 Millionen Jahre alte Pflanzenlaus, die etwa 60 Eier und frisch geschlüpfte Nymphen trug, als sie im Pflanzenharz gefangen wurde. Der Fund ist damit mehr als 50 Millionen Jahre älter als der bisher früheste Beleg für derartiges Brutpflegeverhalten in dieser Tiergruppe. Das Verhalten ist bis heute unter Insekten sehr weit verbreitet.

Eier und Nachwuchs befinden sich in einem mit Wachs überzogenen Beutel am Hinterleib. Die Einrichtung schützt Eier und Nymphen in ihrer verwundbarsten Zeit vor Trockenheit, Nässe und Fressfeinden. Forscher vermuten, dass die Entwicklung der Brutpflege bei diesen Insekten zu einer so genannten Radiation führte, einer Phase, in der überdurchschnittlich viele neue Arten entstanden. Das soll, so die Vermutung, am Ende des Jura vor etwa 200 Millionen Jahren geschehen sein. Der neue Fund macht Hoffnung, irgendwann auf geeignete Fossilien zu stoßen, mit denen sich diese These überprüfen lässt.