Um bis zu vierzig Prozent sanken die Stickoxid-Emissionen in Peking, als die Regierung während eines internationalen Gipfeltreffens im November 2006 etwa 800 000 Fahrzeuge von den Straßen verbannte. Dies schließen Forscher um Yuxuan Wang von der Harvard-Universität aus Satellitenbildern vor, während und nach der Konferenz.

Wang und ihre Kollegen nutzten Aufnahmen des Ozon-Überwachungssinstruments an Bord des Aura-Satelliten, um die Wirkung der Fahreinschränkungen vom 4. bis 6. November 2006 zu verfolgen. Sie hatten einen Rückgang erwartet, jedoch keinen derart drastischen: Auf der Grundlage, dass an Tagen außerhalb der Heizperiode siebzig Prozent der Stickoxid-Emissionen aus dem Verkehr stammen, errechneten die Wissenschaftler, dass höchstens die Hälfte der über 2,8 Millionen Fahrzeuge hätte fahren dürfen, um die beobachte Reduktion zu erklären. Doch lag die Zahl der Kfz nur um ein knappes Drittel niedriger.

Die Verkehrsbeschränkungen gelten weithin als Generalprobe für ähnliche geplante Maßnahmen während der Olympischen Spiele, die 2008 in China stattfinden werden. Ein verringerter Stickoxid-Ausstoß ist beispielsweise auch an Wochenenden in Städten oder Verdichtungsräumen von Europa, Japan oder den USA zu beobachten. Die reaktiven Gase sind im Rahmen des so genannten fotochemischen oder Sommersmog an der Bildung von bodennahem Ozon beteiligt. (af)