Ein klassisches Schmerzmittel könnte auch lebensverlängernd wirken – zumindest im Laborversuch mit Hefen, Würmern und Taufliegen zeigte sich dieser Effekt, als den Organismen Ibuprofen vorgesetzt wurde: Das als auch fiebersenkend und entzündungshemmend bekannte Medikamente erhöhte die Lebenserwartung um 15 Prozent verglichen mit unbehandelten Artgenossen. Zudem wirkten die mit Ibuprofen versorgten Würmer und Taufliegen gesünder, so Brian Kennedy vom Buck Institute for Research on Aging in Kalifornien, an dem die Studie durchgeführt wurde. Den genauen Mechanismus dahinter haben die Forscher noch nicht verstanden, doch deutet sich ein starker Zusammenhang mit der zellulären Aufnahme der essenziellen Aminosäure Tryptophan an, die Menschen beispielsweise über ihre Ernährung gewinnen. Ibuprofen scheint diese Aufnahme zu fördern.

Die behandelten Würmer lebten zudem nicht nur länger, sondern blieben dabei auch sehr aktiv, was für gute Gesundheit spricht. Zudem nahmen sie auch noch im hohen Wurmalter viel Nahrung zu sich. Dennoch raten die Mediziner dringend davor ab, nun unkontrolliert große Mengen des Medikaments zu sich zu nehmen. In hohen Dosen schädigt Ibuprofen die Leber; zudem erhöht sich dann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle deutlich. Kennedy und Co wollen deshalb gezielt danach suchen, welcher Bestandteil genau die Aminosäureaufnahme begünstigt.