Wer häufig scharfe Speisen isst, hat ein um 14 Prozent geringeres Sterberisiko – zu diesem Schluss jedenfalls kommt ein chinesisches Forscherteam nach Auswertung von Daten von einer halben Million Menschen zwischen 30 und 79 Jahren. Demnach gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Chili und Sterblichkeit. Dieser könnte, vermuten Li und sein Team, auf den Chili-Inhaltsstoff Capasaicin zurückgehen, dem gelegentlich eine gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen wird. Allerdings interpretieren die Forscher ihr Ergebnis zurückhaltend: Ein Zusammenhang sei wegen der Einschränkungen der Studie nicht bewiesen. Zusätzlich fehlten in der Studie Menschen mit Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Die Arbeitsgruppe um Liming Li von der Chinesischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften zog dazu die Ergebnisse einer Befragung heran und schlüsselte für die Jahre 2004 bis 2013 auf, wie viele der Personen in diesem Zeitraum verstorben waren. Demnach hatte im Untersuchungszeitraum, wer ein- bis zweimal pro Woche scharf aß, ein um zehn Prozent geringeres Sterberisiko, bei jenen, die häufiger als dreimal die Woche scharf aßen, sank es um 14 Prozent. Wegen der enorm großen Anzahl untersuchter Personen ist das Ergebnis statistisch gut abgesichert, leider ist keineswegs klar, was die Arbeitsgruppe dort genau gemessen hat – zumal scharfe Speisen in China Alltag sind und die Umfrage keine Schärfegrade erfasste. Entsprechend besteht die Möglichkeit, dass andere Lebensmittel oder gar sonstige Lebensstilfaktoren den Effekt auslösen, zumal zuverlässige Befragungen nach Ernährungsgewohnheiten oft schwierig sind.