Eine vor gut drei Wochen erschienene Studie über Verunreinigungen in deutschem Bier sorgt für Aufregung bei Konsumenten und Brauern: Darin hat der emeritierte Umweltchemiker Gerd Liebezeit vom selbst gegründeten Consultingunternehmen MarChemConsult untersucht, ob er Mikroverunreinigungen in deutschen Biersorte aufspüren kann. Zu diesem Zweck besorgte er sich 24 Sorten von Pils, Weizenbier und alkoholfreiem aus deutschen Supermärkten – darunter die zehn bestverkauften Marken – und analysierte sie nach etwaigen Fremdkörpern. Tatsächlich wurde er in allen Fällen fündig.

Vor allem "Mikroplastik" – definiert als "aus synthetischen Polymeren bestehende Fasern, Filme, Fragmente oder granulare Partikel von weniger als fünf Millimetern Größe" – entdeckte der Forscher bei Färbe- und Siebeversuchen in allen Bierproben in schwankenden geringen Mengen. Das gleiche gilt allerdings auch für Leitungswasser, das als Vergleich herangezogen wurde. Eine eindeutig definierte häufigste Kontaminante konnte der Forscher nicht ausmachen: Form und Größen der Fremdkörperchen variierten stark je nach Marken und Proben. Neben Plastik fanden sich auch andere Fremdkörper wie Glassplitter – in einem Fall sogar ein kleiner Fransenflügler. Schon vor der Veröffentlichung war Liebezeit mit der Brauereiwirtschaft aneinander geraten, wie Ingenieur.de schon im Juni zusammengefasst hat.

Eine offenkundige Gefahr dürfte von den allfälligen Partikeln wohl nicht ausgehen. Zudem ist die Konzentration der winzigen Plastikreste sehr niedrig. Trotzdem stimme bedenklich, wie verbreitet Plastik in der Umwelt mittlerweile ist, schriebt der Autor.