Der Ambrym-Schildvulkan in der südpazifischen Vanuatu-Inselgruppe gehört zu den aktivsten der Erde: Seit 1996 brodelt der Lavasee im Marum-Krater ununterbrochen – und lockt damit Vulkanologen an: In Zusammenarbeit mit "National Geographic" und Wissenschaftlern ließ der Filmemacher Sam Crossman daher Drohnen über und in den Krater fliegen, um den Vulkan zu erforschen – und spektakuläre Bilder zu drehen. Mit Hilfe der Drohnenaufnahmen konnten die Forscher beispielsweise eine 3-D-Abbildung des Kraters anfertigen, dessen Betreten angesichts der fortgesetzten Aktivität lebensgefährlich ist. Auch zwei der Fluggeräte überstanden die extreme Hitze nicht und gingen kaputt.

Der Ambrym selbst ist größte Vulkan Vanuatus, seine beiden Kegel liegen in einer rund 100 Quadratkilometer großen Caldera, die vor rund 1900 Jahren infolge eines starken Ausbruchs der Stärke 6 auf dem Vulkanexplosivitätsindex entstanden ist. Damals kam es zu einer so genannten plinianischen Eruption: Magma hatte den Schlot verstopft, und darunter baute sich Druck auf, bis es zu einer gewaltigen Explosion kam, die den Gipfel des Vulkans absprengte.

Der Ausbruch gehört zu den stärksten in historischer Zeit und setzte etwa 70 Kubikkilometer Material frei – sechsmal so viel wie die starke Eruption des philippinischen Pinatubo 1991. Ein Teil des damals entstandenen Kraters füllten Lavaausflüsse aus dem Marum- sowie dem Benbow-Gipfel wieder auf.