Alligatoren schützen die Nester von Wasservögeln und bekommen dafür eine grausige Belohnung: aus dem Nest geworfene Vogelküken. Zu diesem Schluss kommt Lucas Nell von der University of Florida, der zusammen mit seiner Arbeitsgruppe den Gesundheitszustand der Großreptilien vermaß. Demnach sind Alligatoren unter einer Brutkolonie tatsächlich in deutlich besserer Verfassung als solche, die keine Nistplätze in der Nähe haben. So profitieren auch die Alligatoren von dem Arrangement, das sich damit als vollwertige Symbiose erweist.

In Florida brüten Wasservögel aus der Gruppe der Ruderfüßer, zu denen auch Pelikane oder Kormorane gehören, oft in Bäumen über Alligatorkolonien – die großen Reptilien halten Nesträuber wie zum Beispiel Waschbären fern, die sonst die Gelege plündern würden. Bisher war allerdings nicht klar, ob die Alligatoren auch etwas davon haben oder ob ihre Anwesenheit den Vögeln einfach nur gelegen kommt. In Kolonien brütende Vögel legen allerdings oft mehr Eier, als sie Nachkommen versorgen können – die überschüssigen Küken fallen nolens volens aus dem Nest. Eine potenziell bedeutende Nahrungsquelle für die Echsen? Tatsächlich zeigten die Blutwerte von 20 Alligatorweibchen, die unter Vogelkolonien leben, am Ende der Nistsaison einen signifikant besseren Ernährungszustand als jene einer vogelfreien Vergleichsgruppe. Eine klassische Win-win-Situation. Nell und sein Team vermuten deswegen, dass solche Kooperationen weltweit häufiger vorkommen.