Die Bilder der Kamera OSIRIS stammen zwar schon vom 14. September 2014, sie wurden aber erst jetzt veröffentlicht. Sie zeigen die Region Aker auf dem Kern von 67P aus einer Entfernung von rund 30 Kilometern. Dabei fielen dem ESA-Wissenschaftler Sebastian Besse bei der Auswertung der Bilder drei recht große Brocken auf, die dicht beieinanderlagen. Je nach Beleuchtung durch die Sonne zeigte sich besonders beim größten Brocken mit der Nummer 3, dass dieser offenbar nur eine kleine Aufliegefläche hat. Er balanciert sozusagen auf einer Kante – und das, obwohl dieser Brocken immerhin einen Durchmesser von rund 30 Metern aufweist. Unklar ist, wie es zu dieser Struktur gekommen ist.

Drei seltsame Brocken auf Komet 67P (Kontextbild)
© ESA / Rosetta / MPS for OSIRIS Team MPS / UPD / LAM / IAA / SSO / INTA / UPM / DASP / IDA
(Ausschnitt)
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In der Region Aker auf dem Kometenkern von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko befinden sich auf dem größeren der beiden Teilkörper drei Brocken mit Durchmessern von bis zu 30 Metern.

Eine Möglichkeit wäre, dass die drei Brocken aus festerem Material mit nur geringem Eisgehalt bestehen, das der Einwirkung durch die Sonnenwärme besser widerstanden hat als das Umgebungsmaterial. Dieses ging bei den wiederholten Sonnenumläufen nach und nach durch Sublimation verloren und ließ die drei Brocken zurück. Auch ist es denkbar, dass die Brocken aus einem anderen Bereich des Kometenkerns stammen und durch die Aktivität des Schweifsterns in Sonnennähe an ihren jetzigen Standort verbracht wurden. Es sind weitere Aufnahmen mit der Kamera OSIRIS geplant, um mehr über die Ursprünge dieser drei Brocken herauszufinden. Und vielleicht erwischt die Kamera anderswo auf 67P einen solchen Brocken in Bewegung.

Drei Brocken in der Region Aker auf 67P
© ESA / Rosetta / MPS for OSIRIS Team MPS / UPD / LAM / IAA / SSO / INTA / UPM / DASP / IDA
(Ausschnitt)
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Drei Brocken aus festerem Kometenmaterial liegen auf der Oberfläche des Kometenkerns in der Region Aker. Der größte von ihnen (mit der Nummer 3) hat einen Durchmesser von rund 30 Metern. Er scheint nur eine sehr kleine Aufliegefläche zu haben und erinnert an irdische "Wackelsteine".

Auf der Erde entstehen solche "Wackelsteine" durch Erosionsvorgänge, die härteres Gestein nach und nach frei legen. Auch können abschmelzende Gletscher große Felsbrocken auf einem glatten Untergrund zurücklassen. Meistens erwecken diese Gebilde nur den Anschein, als seien sie beweglich. Aber gelegentlich sind sie an ihrem Standort so gut ausbalanciert, dass sie sich tatsächlich mit geringem Kraftaufwand nach Überwindung ihrer Trägheit bewegen lassen.