Selbst in entlegenen Meeresregionen des Pazifiks, die bislang als relativ sauber galten, reichern Pottwale (Physeter macrocephalus) künstlich erzeugte und toxisch wirkende organische Chemikalien in ihrem Fettgewebe an.

Das gaben Wissenschaftler um Roger Payne von der Ocean Alliance, einer amerikanischen Meeresschutzvereinigung, nun vorab auf einer Pressekonferenz bekannt. Gesammelt und ausgewertet wurden die Daten während einer insgesamt fünfjährigen Forschungsreise, die sich den Auswirkungen von Chemikalien auf die marinen Nahrungsketten widmete. Während dieser Zeit entnahmen die Forscher insgesamt 424 Pottwalen Gewebeproben aus Haut und Fettschicht, in der sich die Schadstoffe besonders stark sammeln.

So trugen Wale im Golf von Kalifornien – zwischen der Halbinsel Baja California und dem mexikanischen Festland – eine doppelt so hohe Konzentration des Enzyms CYP1A1 in ihrem Körper wie ihre Artgenossen in zentralen Bereichen des Pazifischen Ozeans. Dieses Enzym trägt zur Entgiftung des Gewebes bei und ist damit ein indirekter Indikator für Schadstoffbelastungen. Ebenso erhöhte Werte zeigten die Meeressäuger nahe den Galapagos-Inseln, und in beiden Fällen waren sie auch stark mit Quecksilber belastet. Insgesamt am häufigsten wurden DDT und polychlorierte Biphenyle nachgewiesen.

Zumindest im Golf von Kalifornien vermuten die Forscher den Eintrag von Düngemitteln und Pestiziden aus der Landwirtschaft als Ursache, was aber für Galapagos nicht zutreffen kann. Weitere Untersuchungen an den Beutetieren der Pottwale sowie von Küstenbewohnern weltweit sollen zukünftig nähere Aufschlüsse über die Herkunft der Gifte bringen.