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Meteoriten-Entdeckung

War Ceres einst eine Wasserwelt?

Zwei 1998 geborgene Meteoriten enthalten nicht nur wasserhaltige Salzkristalle, sondern auch Aminosäuren - stammen sie vom Zwergplaneten Ceres?
Weiße Flecken auf Ceres

Für Exobiologen sind die Meteoriten "Zag" und "Monahans" etwas ganz Besonderes: In den extraterrestrischen Steinen, die 1998 auf die Erde fielen, entdeckten Forscher erstmals in Halit-Salzkristalle eingeschlossene Wasserreste. Nun hat ein Team um Queenie Chan vom NASA Johnson Space Center in Houston Bruchstücke der Meteoriten mit modernen Analysemethoden erneut untersucht. Dabei sind die Forscher zum einen auf Aminosäuren gestoßen, die als Vorstufe des Lebens gelten. Zum anderen glaubt die Gruppe, die Herkunft der Halit-Minerale rekonstruieren zu können: Möglicherweise entstanden die etwa 0,5 Millimeter großen, bläulich schimmernden Kristalle vor rund 4,5 Milliarden Jahren, als auf dem Zwergplaneten Ceres Wasserreservoirs austrockneten, berichten die Forscher im Fachmagazin "Science Advances".

Die Forscher stützen ihre Theorie auf die Beobachtung, dass der Aminosäuren-Mix in den Kristallen deutlich von dem des umgebenden Gesteins abweicht. Das spreche dafür, dass das in den Meteoriten verewigte Material von unterschiedlichen Himmelskörpern stammt. Neben Ceres, dessen Zusammensetzung vor kurzem die Raumsonde Dawn ermittelt hat, kommt hier aus Sicht der Forscher vor allem der Asteroid Hebe in Frage. Er nähert sich im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter immer wieder der Bahn von Ceres.

Salzkristalle
Halit-Salzkristalle | Halit im Meteoritengestein: Die bläulichen Salzkristalle enthalten eine wasserhaltige, vermutlich 4,5 Milliarden Jahre alte Sole.

Unter der Oberfläche des 963 Kilometer großen Zwergplaneten vermuten Wissenschaftler schon länger die Überreste eines antiken Ozeans. Bei Kollisionen mit anderen Himmelskörpern in den Kindertagen des Sonnensystems könnte dieses Wasser verdampft sein, wobei sich die Salzkristalle gebildet haben, spekuliert das Team um Chan. Anschließend schleuderten Geysire das erstarrte Salz ins All. So könnte das Material nach einiger Zeit auf Hebe gelandet sein, wo es im Lauf der Äonen von Stein ummantelt wurde. Irgendwann haben sich kleinere Stücke von dem Asteroiden gelöst, möglicherweise angestoßen durch den Sonnenwind. Zwei von ihnen sind dann letztlich in Form der Meteoriten Zag und Monahans auf die Erde gestürzt, vermuten die Forscher.

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