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Klimatologie: Warum der momentane Super-Niño eine Spätgeburt ist

Eigentlich sollte der Super-Niño 2015/16 schon ein Jahr früher eintreffen. Doch zur Überraschung der Klimatologen fiel er in sich zusammen. Jetzt wissen sie, warum.
El Niño im Pazifik

Auch wenn der so genannte Super-Niño im Pazifik langsam etwas schwächer zu werden scheint, so befindet er sich doch weiterhin auf einem historischen Rekordkurs – und bestimmt weiterhin in vielen Regionen der Erde das Wetter mit. Gleichzeitig rätseln die Klimatologen, warum er erst mit Verspätung eintraf, denn eigentlich hatten sie die Klimaanomalie schon 2014 erwartet. Doch damals kam sie über einen Stotterstart nicht hinaus. Wahrscheinlich lag dies an einem unerwartet starken Auffrischen tropischer Ostwinde, schreiben Alexey Fedorov von der Yale University und sein Team: Diese Luftströmungen drücken das Pazifikwasser von der Küste Südamerikas weg und ermöglichen kaltem Tiefenwasser den Aufstieg.

"Derartige Windausbrüche sind eigentlich nichts Ungewöhnliches, aber dieser war besonders stark", so Fedorov. Er hing wahrscheinlich mit der Verstärkung des subtropischen Südpazifikhochs zusammen, die wiederum von einer Kaltwasseranomalie südlich des Äquators ausgelöst wurde. Laut dem Geowissenschaftler bereitete der verhinderte El Niño seinem starken Pendant wohl trotzdem ein Jahr später den Weg. Dieser gehört jetzt schon zu den drei stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Vorhersage derartiger Ereignisse könnte durch die Beobachtung jedenfalls schwieriger werden, da noch mehr chaotische Einflüsse auf die Entwicklung eines El Niños einwirken.

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