Mindestens zweimal, besser mehrmals pro Woche in die Sauna: Dann sinkt unter anderem das Risiko einer Demenz, Lungenentzündung oder Herz-Kreislauf-Erkrankung sowie das Risiko eines vorzeitigen Tods. Die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Herztods etwa lag bei Vielsaunierern um 63 Prozent niedriger als bei jenen, die lediglich einmal pro Woche das Schwitzbad aufsuchten. Das hatten Forscher von der Universität Ostfinnland in Kuopio schon 2015 festgestellt, als sie Gesundheitsdaten von mehr als 2300  Landsleuten über rund 20 Jahre hinweg verfolgten. Nun haben sie die kurzfristigen Effekte des Saunabadens untersucht, die dessen segensreiche Langzeitwirkung erklären könnten.

Wie das Team um Jari Laukkanen jetzt in der Fachzeitschrift "Journal of Human Hypertension" schildert, rekrutierten sie rund 100 Versuchspersonen, die mindestens einen Risikofaktor wie Übergewicht aufwiesen, aber noch nicht unter einer Herz-Kreislauf-Erkrankung litten. Die Temperatur in der Sauna stellten die Forscher auf konstante 73 Grad Celsius ein; die Luftfeuchtigkeit betrug 10 bis 20 Prozent. Während die Versuchspersonen – nach Geschlechtern getrennt, 30 Minuten in der Sauna schwitzten, stieg ihre Körpertemperatur um durchschnittlich zwei Grad Celsius. Während des Bads konnten sie einen halben Liter stilles Wasser trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Das Herz-Kreislauf-System der Probanden profitieren von dem halbstündigen Saunabad. Der systolische Blutdruck sank von im Schnitt 137 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) vor dem Bad auf 130 mmHg kurz danach und blieb auch eine weitere halbe Stunde auf diesem Level. Der diastolische Blutdruck senkte sich von 82 auf 75 und stieg dann wieder. Frauen hatten einen etwas niedrigeren Blutdruck als Männer, doch die Wirkung war bei beiden Geschlechtern dieselbe: Die Werte besserten sich um ungefähr 7 mmHg. Aus Pulsmessungen berechneten die Forscher des Weiteren die Steifigkeit der Gefäßwände. Demnach waren auch die Arterien nach dem Saunagang elastischer als zuvor.

Diese Kurzzeiteffekte untermauerten Befunde aus Langzeitstudien, denen zufolge Saunabaden vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schütze, schließen Laukkanen und seine Kollegen. Sie hatten außerdem Blutwerte kontrolliert: "Hämoglobinlevel sowie die Zahl der Leukozyten und Thrombozyten stiegen, aber außer den Leukozyten waren sie eine halbe Stunde später wieder auf Ausgangsniveau." Unter anderem könne der Flüssigkeitsverlust Blutwerte verändert haben, vermuten sie. "Für Menschen mit erhöhten Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist ein Bad in der Sauna eine sichere und empfehlenswerte Gesundheitsmaßnahme."