Wir hören mit den Ohren – doch die nötigen Schallwellen nehmen wir auch mit unseren Knochen auf und wahr. Nun haben Max-Planck-Forscher um Tatjana Tchumatchenko aus Frankfurt entdeckt, dass Schwingungen im Knochen und im Innenohr miteinander gekoppelt sind: Sie können sich gegenseitig zur Schwingung anregen. Die entstehenden Vibrationen nehmen wir dann über die so genannten Basilarmembran im Innenohr als Ton wahr.

Ihre Erkenntnis erkläre nun, warum wir eine Stimulation des Knochens genauso hören können wie Schallwellen in der Luft, so die Wissenschaftler. Mit dem entwickelten Modell wollen sie nun das komplexe Zusammenspiel zwischen Flüssigkeitsdynamik und der Knochenmechanik innerhalb des Innenohrs besser verstehen. Als Fernziel stehen verbesserte klinische und kommerzielle Anwendungen der Knochenleitung, etwa neuartige Kombinationen von Brillen mit Hörgeräten und Kopfhörer.