Was Kackhäufchen anbelangt, hat sich in der Natur eindeutig eine runde Formensprache durchgesetzt. Nicht so beim australischen Plumpbeutler, dem Wombat. Er produziert Ausscheidungen in markanter Kubusform – und davon eine Menge: 80- bis 100-mal pro Nacht fallen die Würfel, berichtet die Verhaltensökologin Louise Gentle von der Nottingham Trent University in einem Beitrag für das Magazin "The Conversation".

Das liefert auch einen wichtigen Hinweis auf den Grund für die außergewöhnliche Form: Wombats nutzen ihre Verdauungsprodukte als olfaktorische Leuchttürme, mit denen sie ihr Revier abstecken. So signalisieren sie einem Artgenossen, dass er dabei ist, fremdes Territorium zu betreten. Die große Menge soll sicherstellen, dass keiner den Hinweis überriecht. Die eckige Form hingegen erlaubt es, die Häufchen an exponierten Stellen auf Felsbrocken oder Baumstämmen zu deponieren, ohne dass sie gleich herunterkullern.

Doch wie gelingt dem nachtaktiven Koalaverwandten dieser Trick? Sein After ist keineswegs eckig, sondern rund wie bei jedem anderen Tier, kann also für die Formgebung nicht verantwortlich gemacht werden. Die eigentliche Ursache liegt denn auch tiefer, wie Gentle erklärt: Zum einen verläuft der Verdauungsvorgang extrem langsam, rund 14 bis 18 Tage bleibt der Nahrungsbrei im Gedärm. In dessen erstem Teil wird er von Graten entlang der Darmpassage in Form gepresst, hier entstehen die flächigen Seiten. Zum anderen trocknet das Material stark aus und übersteht darum auch den hinteren Abschnitt des Verdauungstrakts, an dessen Ende es dann in bester Würfelgestalt herausbröckelt. Was zeigt: Die Evolution bringt Tiere vorne und hinten in Bestform.