Wir mögen, was wir kennen – diese alte Weisheit gilt auch und gerade für das, was wir bei der Partnerwahl an anderen Menschen attraktiv finden. Eine Untersuchung unter Leitung von Carlota Batres von der University of St Andrews bei Edinburgh zeigt das jetzt anhand von Stadt- und Landbewohnern in El Salvador und Malaysia. Der Hintergrund sei, so die Forscherin, dass frühere Untersuchungen bei Populationen aus ländlichen und städtischen Gebieten Präferenzen für unterschiedlich üppige weibliche Gesichtszüge erbracht haben. Dafür gebe es verschiedene mögliche Erklärungen, doch die Möglichkeit, dass einfach die Gesichtsformen im sozialen Umfeld der Testpersonen entscheidend seien, habe man noch nicht geprüft. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass dies eine mögliche Erklärung ist.

In ihrer Untersuchung an insgesamt 260 Versuchspersonen stellte sich dann auch heraus, dass Gesichter einer Region im Durchschnitt genau die Eigenschaften haben, die Personen aus diesem Umfeld präferieren. So werteten unabhängige Teilnehmerinnen und Teilnehmer die weiblichen Gesichter aus ländlichen Regionen als im Schnitt üppiger als Frauengesichter aus der Stadt. Die Versuchspersonen aus jenen Regionen fanden analog je nach Herkunft tendenziell schlankere oder runde Gesichter attraktiver.

Das sei "konsistent" mit der Hypothese, dass Vertrautheit einen erheblichen Anteil an Attraktivität hat: Schönheit liege nicht im Auge des Betrachters, sondern eher in dem, was der Betrachter oft betrachtet, so Batres. Diese Erkenntnis ist allerdings keineswegs neu. Schon im Film "Das Schweigen der Lämmer" aus dem Jahr 1991 stellt der fiktive Serienmörder Hannibal Lecter fest: "Wir beginnen das zu begehren, was wir jeden Tag sehen."