Im Sternsytem AR Scorpii sind Astronomen duch Messungen mit verschiedenen boden- und weltraumgebundenen Teleskopen – unter anderem dem Very Large Telescope in Chile und dem Hubble-Weltraumteleskop – einem exotischen Paar auf die Spur gekommen. Dort dreht sich ein Weißer Zwerg mit hoher Geschwindigkeit um die eigene Achse. Ihn begleitet ein roter Zwergstern. Dieser bekommt etwa alle zwei Minuten einen Kegel von Strahlung eines breiten Spektrums ab. Als Ursache dieses stellaren Leuchtturms haben Forscher um Tom Marsh von der University of Warwick Elektronen ausgemacht, die das starke Magnetfeld beschleunigt, das der rotierende Weißen Zwerg erzeugt. Ob die Elektronen allerdings vom Weißen Zwerg selbst oder vom roten Zwergstern stammen, ist bisher ungeklärt.

Weiße Zwerge entstehen aus Sternen mit bis zu acht Sonnenmassen, wenn diese ihren Brennstoff verbraucht haben. Rote Zwergsterne sind die kleinsten Sterne, in deren Zentrum Wasserstoffbrennen stattfindet. Zu dieser Kategorie gehören etwa drei Viertel aller Sterne. Das Sternsystem AR Scorpii befindet sich in etwa 380 Lichtjahren Entfernung von der Erde im Sternbild Skorpion. Die Elektronen erreichen darin nahezu Lichtgeschwindigkeit. Sie geben dabei gerichtete Strahlungsschübe mit Wellenlängen vom ultravioletten bis in den Radiobereich ab. Dieser Strahlungskegel streift dann über den roten Zwergstern. Im Jahr 2015 wurden Hobbyastronomen auf das ungewöhnliche Verhalten des Gespanns aufmerksam. Daraufhin schauten sich auch die Forscher um Marsh das System näher an. "Schon wenige Minuten nach Beginn unserer Messungen wussten wir: Da passiert etwas Außergewöhnliches", sagt Marsh.