In der Regel gefallen Normalsichtigen Blautöne am besten. Am schlechtesten schneiden grüngelbe Schlamm- und Olivtöne ab. Ganz anders ist das bei so genannten Dichromaten, denen einer der drei Zapfentypen in der Netzhaut fehlt. Laut einer Untersuchung von Leticia Álvaro von der Universität Madrid bevorzugen diese Menschen häufig Gelb.

Normalsicht vs Rot-Grün-Fehlsicht
© Julio Lillo, Universidad Complutense de Madrid
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernLinks: Normalsicht; rechts: Rotgrünfehlsicht

Das ergab ihre Studie an 64 Probanden, von denen 15 beziehungsweise 17 jeweils eine der beiden möglichen Formen von Rotgrünfehlsichtigkeit hatten, die Protanopie und die Deuteranopie. Rund zwei Prozent der männlichen Bevölkerung sind von diesem Phänomen betroffen. Dass ihr Geschmacksurteil von dem der übrigen 98 Prozent so stark abweicht, lässt nach Meinung der Forscher Rückschlüsse darauf zu, warum Menschen manche Dinge schön finden.

Ein Farbeindruck entsteht, wenn das Gehirn die Signale der Zapfen miteinander verrechnet. Die Analyse des Forscherteams zeigte nun, dass die Befragten in der Regel diejenigen Farben als besonders angenehm empfanden, die das stärkste Signal produzierten. Diese Farben konnten die Teilnehmer auch am schnellsten korrekt benennen.