Das Weltraumteleskop Kepler hat schon wieder eine reiche Ausbeute an Exoplaneten geliefert. Am 26. Januar 2012 gab die US-Raumfahrtbehörde gleich elf neue Sonnensysteme bekannt, in denen sich insgesamt 26 Planeten tummeln. Damit steigt die Anzahl der mit Kepler aufgespürten und durch weiterführende Untersuchungen bestätigten fernen Sonnensysteme auf 35. In ihnen befinden sich insgesamt wenigstens 61 Planeten. Derzeit enthält die Datenausbeute von Kepler aber noch Hinweise auf weitere 2326 Exoplaneten-Kandidaten, die noch ihrer Bestätigung bedürfen. Somit können wir mit weiteren Entdeckungen rechnen.

Die elf neuen Sonnensysteme von Kepler
© NASA, Ames Research Center / Dan Fabrycky, UCSC
(Ausschnitt)
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Die Durchmesser der diesmal bestätigten Planeten liegen zwischen der anderthalbfachen und mehr als zwölffachen Erdgröße. Die größten von ihnen übertreffen somit den Planeten Jupiter in unserem Sonnennsystem. Die Exoplaneten umrunden ihre Sterne mit Perioden von sechs Tagen bis hin zu rund fünf Monaten. Alle befinden sich näher an ihren Zentralgestirnen als die Venus zur Sonne, so dass die meisten von ihnen sehr heiß sind. Fünf der elf Systeme mit den Bezeichnungen Kepler 25, 27, 30, 31 und 33 enthalten Planeten, die sich in Umlaufresonanzen zueinander befinden. Während eines Umlaufs des äußeren Planeten umrundet der innere Himmelskörper seinen Stern zwei Mal, es besteht eine 1:2-Resonanz. In den Systemen Kepler 23, 24, 28 und 32 gibt es je ein Planetenpaar, das sich in einer 2:3-Resonanz befindet. Hierbei umrundet der innere Planet seinen Stern drei Mal während der äußere zwei Umläufe ausführt. Derartig ausgeprägte Umlaufresonanzen gibt es zwischen den Planeten unseres Sonnensystems nicht. Jedoch befinden sich drei der vier Galileischen Jupitermonde in Resonanz zu einander. Während eines Umlaufs des Mondes Ganymed umrunden die beiden weiter innen befindlichen Trabanten Europa und Io den Jupiter zwei beziehungsweise vier Mal.

Sonnensysteme mit mehr als einem Planeten
© NASA, Ames Research Center / Jason Steffen, Fermilab Center for Particle Astrophysics
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Das System Kepler 33 enthält von den diesmal bestätigten Sonnensystemen die meisten Planeten, nämlich fünf. Ihre Größen erreichen den anderthalbfachen bis fünffachen Durchmesser der Erde, der größte von ihnen ist etwa halb so groß wie Jupiter. Sie umrunden einen sonnenähnlichen Stern mit der 1,2-fachen Sonnenmasse. Er ist nach seinen spektralen Eigenschaften mit rund sechs Milliarden Jahren deutlich älter als unsere Sonne mit rund 4,5 Milliarden Jahren. Die Umlaufbahnen aller fünf Planeten befinden sich innerhalb von 0,25 Astronomischen Einheiten (37 Millionen Kilometer) zum Stern – übertragen auf unser Sonnensystem würden sie alle weit innerhalb der Bahn des sonnennächsten Planeten Merkur die Sonne umrunden. Sie sind wegen ihrer geringen Abstände zu ihrem Zentralgestirn alle auch viele hundert Grad Celsius heiß und somit für Leben, wie wir es kennen, denkbar ungeeignet.