Je weniger ein Mensch schläft, desto höher ist sein Risiko, sich mit einer Erkältungskrankheit anzustecken. Das haben amerikanische Forscher von der Carnegie Mellon University in Pittsburgh herausgefunden, indem sie gesunden Kurz- und Langschläfern Schnupfenerreger in die Nase tropften.

Sheldon Cohen und sein Team hatten die Testpersonen in den Wochen vorher täglich zu ihrer Schlaflänge befragt. Je kürzer diese war, desto häufiger führten die verabreichten Rhinoviren zu Erkältungssymptomen. Menschen, die im Schnitt weniger als sieben Stunden schliefen, wurden sogar dreimal häufiger krank als Langschläfer.

Ein höheres Infektionsrisiko trägt auch, wer zwar viel Zeit im Bett verbringt, dabei aber abends lange wach liegt oder während der Nacht immer wieder aufwacht. Keinen Einfluss dagegen hatte die subjektive Einschätzung der Testpersonen, ob ihr Schlaf erholsam war oder nicht. Faktoren wie Alter, Ernährung, Sport, Bildungsstand oder vorher schon gebildete Antikörper konnten die Forscher ebenfalls ausschließen.

Offenbar werden Immunzellen und ihre Botenstoffe weniger effizient gebildet oder ihre Regulation ist gestört, vermuten die Forscher. Schon früher wurde ein Einfluss von zu wenig Schlaf auf Komponenten des Immunsystems gezeigt, ein direkter Zusammenhang mit der Ansteckungsgefahr war aber noch nicht nachgewiesen. (ff)