Wanderer bekommen oft den Ratschlag, das Gewicht ihres Rucksacks auf die eigene Körpergröße abzustimmen. Wer kleiner ist, muss demnach auch weniger schwer schleppen. Michael O’Shea von der Kansas State University fand nun allerdings heraus, dass diese Regel eigentlich falsch berechnet ist. Sie vergisst nämlich eine entscheidende Variable, die ebenfalls über den Tragekomfort mitbestimmt. Und die sorgt dafür, dass manchmal sogar kleinere Leute mehr tragen können.

Die Idee zu seiner Untersuchung kam dem Physikprofessor nach Aussagen der Universität auf einer Rucksacktour mit seinen Studenten. Dabei fiel ihm auf, dass kleine Teilnehmer manchmal problemlos größere Rucksäcke schleppten im Vergleich zu hochgewachsenen Kommilitonen, die eigentlich ebenso fit waren. Zurück an der Uni entwickelte O’Shea ein mathematisches Modell, mit dem er einen genaueren Blick auf den Zusammenhang zwischen Traglast und Körpergröße warf. Dabei stellte er fest, dass nicht nur das Gewicht des Gepäcks eine Rolle spielt, sondern auch das Körpergewicht des Trägers. Dieses muss nämlich auch gestemmt werden. Nun kann man natürlich argumentieren, dass mit zunehmender Größe und Gewicht auch die Kraft zunimmt – allerdings wesentlich langsamer, wie der Forscher erklärt. Für eine korrekte Berechnung müsse man also Größe, Traglast und Körpergewicht gleichermaßen berücksichtigen. Und so kann es dann eben auch mal sein, dass das schwere Zelt beim kleineren Wanderer besser aufgehoben ist.