Langkettige Kohlenhydrate wie Stärke oder Maltodextrin sind bedeutende Energielieferanten für uns Menschen – einst wichtig, heute in vielen Fällen problematisch. Studien aus den letzten Jahren legen nahe, dass wir Menschen auch diese Moleküle schmecken können und nicht nur ihre Einzelbauteile, die Zucker. Nun berichtet eine Arbeitsgruppe um Russell Keast von der Deakin University in Australien von einer Untersuchung, bei der Versuchspersonen umso mehr Kohlenhydrate essen, je genauer sie diese komplexen Kohlenhydrate herausschmecken können. Wie das Team im "Journal of Nutrition" berichtet, hatten jene Versuchspersonen, die nur relativ hohe Konzentrationen der Moleküle identifizieren konnten, einen geringeren Hüftumfang und nahmen in der Studienperiode weniger Energie auf. Die beteiligten Fachleute folgern, dass hohe Sensitivität für Kohlenhydrate ihre Aufnahme fördert – bei Fetten dagegen sei es genau andersherum.

Der Haken an der Studie ist allerdings, dass nur 34 Versuchspersonen daran teilnahmen – 16 Männer und 18 Frauen. Diese bekamen Lösungen mit immer geringeren Konzentrationen von Maltodextrin oder Oligofruktose zu trinken, um ihre Empfindlichkeit für komplexe Kohlenhydrate zu testen. Das Team sortierte die Versuchspersonen nach ihrer Empfindlichkeit in drei Gruppen, von denen die Gruppe mit der höchsten Wahrnehmungsschwelle einen geringeren Hüftumfang hatte. Außerdem nahmen die Personen in dieser Gruppe laut Untersuchung deutlich weniger Energie auf – ermittelt anhand eines viertägigen, selbst geführten Ernährungsprotokolls sowie eines Fragebogens über das allgemeine Ernährungsverhalten. Allerdings ist unklar, wie zuverlässig Protokolle über so kurze Zeiträume sind und wie stark Zufallseffekte durch die geringen Gruppengrößen das Ergebnis beeinflusst haben.