Insgesamt 15 521 Männer haben zum Nutzen der Forschung die Hosen runtergelassen – im Rahmen zahlreicher kleinerer Studien, deren Ergebnisse ein Team um David Veale vom South London and Maudsley NHS Foundation Trust in London nun zusammengefasst hat. Die Forscher haben dabei Daten zu Länge und Umfang von Penissen ausgewertet.

Das erlaubte ihnen, die Durchschnittsgrößen zu ermitteln: Demnach ist der durchschnittliche Penis im schlaffen Zustand (frei hängend) 9,16 Zentimeter lang; in erigiertem Zustand wächst er im Durchschnitt auf 13,12 Zentimeter. Zu einem ähnlichen Längenmaß kommt man, wenn man das schlaffe Organ maximal in die Länge zieht.

Der Umfang des Allerweltspenis beträgt 9,31 Zentimeter (schlaff, frei hängend) und 11,66 Zentimeter während der Erektion.

Größenverhältnisse in Abhängigkeit zur Häufigkeit
© Spektrum der Wissenschaft, nach Veale, D. et al.: Am I normal? A systematic review and construction of nomograms for flaccid and erect penis length and circumference in up to 15 521 men. In: British Journal of Urology International 10.1111/bju.13010, 2014, fig. 2
(Ausschnitt)
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Die Grafik gibt an, wie hoch der Anteil der Männer ist, die ein Geschlecht der jeweiligen Länge aufweisen. Die untere Linie bezieht sich auf das schlaffe Geschlechtsorgan, die beiden oberen auf das erigierte (durchgezogen) oder in die Länge gezogene (gestrichelt).

Der Titel ihrer Studie "Am I normal?" ("Bin ich normal?") ist Programm: Die Untersuchung soll unsicheren Männern – Untersuchungen zufolge ist das mehr als jeder zweite – solide Fakten über die gängige Dimensionierung der männlichen Ausstattung liefern. Viele Männer würden ihren Penis falsch einschätzen, erklären die Autoren. Möglicherweise auch, weil sie sich unbewusst mit Pornodarstellern vergleichen, bei denen es sich jedoch in der Regel um Ausnahmeerscheinungen handele. Nur fünf von 100 Männern überträfen beispielsweise die 16-Zentimeter-Marke.

Wie man misst

Wer nun selbst die Latte anlegen will, sollte sich allerdings tunlichst an das standardisierte Messprotokoll halten, schreibt "Science": Die Länge würde an der Oberseite vom Schambein ab bis zur Spitze der Eichel gemessen. Etwaige Vorhaut zähle nicht dazu, dafür dürfe man Fettpölsterchen im Schambereich platt drücken. Der Umfang werde an der Wurzel erfasst.

Die Forscher fanden keine anderen anatomischen Merkmale, die zuverlässige Rückschlüsse auf die geschlechtlichen Verhältnisse zulassen würden: Weder die Füße noch die Fingerlänge ließen sich dazu heranziehen. Die Nasenlänge wurde allerdings in keiner der ausgewerteten Studien erfasst, wie es scheint.

Die Messdaten stammen aus zahlreichen Weltregionen. Trotzdem können die Wissenschaftler in ihrer Zusammenschau keine Aussagen über die Größenverhältnisse verschiedener Ethnien machen. In die Daten flossen überwiegend Messungen an kaukasischen Männern ein.