Wie bedeutsam eine wissenschaftliche Studie ist, zeigt sich an der Zahl der Zitierungen: Wie oft wurde sie von Fachkollegen in deren Arbeiten erwähnt? Ein ganz ähnliches System schlagen nun Forscher um Luís A. Nunes Amaral von der Northwestern University in Evanstown vor. Nur wollen sie damit die Bedeutung von Filmen bewerten.

Sie werten dazu aus, wie oft ein Film in den Werken anderer Filmemacher direkt oder durch Anspielungen zitiert wird. Derartige Zitate sind in der International Movie Database übersichtlich erfasst, hier zum Beispiel für den Film "Fargo – Blutiger Schnee" von 1996. Aus vielen derartigen Angaben entwickeln Amaral und seine Kollegen ein Netzwerk von Bezügen, in dem sie jedem Knoten, also jedem Film, einen Wert zuweisen können, der seine Wichtigkeit für andere Filme zum Ausdruck bringt.

Es entsteht dadurch eine Metrik, die auf objektiv messbaren Kriterien beruht, aber indirekt die Einschätzung zahlreicher Filmschaffender zum Ausdruck bringt.

Ein Vergleich mit anderen Bewertungsinstrumenten zeige, dass ihre Metrik hervorragend abschneide, berichtet das Team. Zudem lasse sich so auch die Bedeutung eines Films im zeitlichen Verlauf ermitteln – manche Werke sammeln beispielsweise erst Jahre nach ihrem Erscheinen die entsprechenden Erwähnungen in anderen Filmen.

Ob ein Film bedeutsam ist oder nicht – und ob ihre Metrik dies erfolgreich beziffert hat –, ermittelten die Wissenschaftler unter anderem durch den Vergleich mit den Einträgen im National Film Registry der amerikanischen Library of Congress. Sie enthält derzeit 625 US-Filme, die als kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsam eingestuft werden. Dort erfasste Filme hatten allesamt einen hohen Wert in der Metrik von Amaral und Co.

Das Verfahren zur indirekten Gütemessung erinnert an eine jüngst von Forschern vorgestellte Methode zur Messung der Bedeutung eines Autors. Die Wissenschaftler betrachten dazu, wie viel Interesse der Künstler bei den Bearbeitern der Wikipedia hervorruft.