Wenn Mücken Hunger haben – beziehungsweise Protein für ihre Eier benötigen –, finden sie meist zielsicher zu einem warmblütigen Opfer. Was genau die Insekten zum unfreiwilligen Spender führt, beschäftigt die Forschung schon seit Langem: Ist es das Licht, unter dem sich die Nahrungsquelle aufhält? Oder deren Geruch? Tatsächlich verlassen sich die Tiere wohl auf drei unterschiedliche Signale, um ihren Weg zum Aderlass zu nehmen, schreiben Floris van Breugel vom California Institute of Technology in Pasadena und Co in "Current Biology" – und eine Hauptrolle dabei spielt das Kohlendioxid, das wir ausatmen: Noch in 50 Meter Entfernung zum Ausatmenden können die Mücken Kohlendioxidmoleküle wahrnehmen und dieser Spur folgen, wie die Gruppe experimentell beobachtet hat.

Haben sie dann einen Umkreis von 5 bis 15 Metern um ihre Beute erreicht, verlassen sie sich auf optische Eindrücke wie Bewegungen oder Umrisse. Das Anvisieren wird ihnen dabei durch Licht erleichtert, doch ist die Beleuchtung letztlich irrelevant dafür, ob sie wirklich zustechen. Denn auf dem letzten Meter nutzen sie Wärmesensoren, mit denen die Insekten die Abstrahlung des Körpers wahrnehmen und genau auf besonders stark von Blut durchströmte Hautareale zusteuern. Eine Vermeidungstaktik gegen diese drei Signale können die Forscher daher auch nicht empfehlen, da wir naturgemäß beim Atmen Kohlendioxid ausstoßen. Befinden wir uns in einer Gruppe von Menschen, könnten wir dann allerdings Glück haben. Denn Mücken bevorzugen Personen, die eine eher monotone Bakterienbesiedlung auf der Haut aufweisen. Vor allem wenn Staphylococcus-Arten dominieren, werden Männer und Frauen attraktiver für die Tiere – eine artenreiche Hautflora schreckt sie dagegen eher ab.

Dennoch sei man nicht ganz schutzlos, so van Breugel, selbst wenn man keine Mückenabwehrmittel nutzen will. Denn die beste Taktik sei, die Tiere zu verwirren – man müsse nur seine Nächsten bitten, ein kontrastreiches Hemd zu tragen. Das lenke die optische Aufmerksamkeit der Mücken um.