2014 war das wärmste Jahr seit Beginn moderner Temperaturaufzeichnungen: Es fiel im Mittel um 0,27 Grad Celsius wärmer aus als der Schnitt der Jahre zwischen 1981 und 2010 – und ist womöglich ein Zeichen dafür, dass sich die Erderwärmung wieder beschleunigt. Denn zwischen 1998 und 2012 heizte sich unser Planet nur um durchschnittlich 0,05 Grad Celsius auf, während die Aufheizung in den Jahrzehnten zuvor jeweils doppelt so stark ausgefallen war. Ein Teil dieser so genannten "Pause der Erderwärmung" (die eigentlich keine war) könnte auf die kühlende Wirkung zahlreicher kleiner Vulkanausbrüche zurückgehen, schlagen nun Forscher um Benjamin Santer vom Lawrence Livermore National Laboratory vor: Etwa ein Drittel der Auszeit gehe auf gesteigerten Vulkanismus zu Beginn des 21. Jahrhunderts zurück, so die Autoren.

Lange war man davon ausgegangen, dass nur gewaltige Ausbrüche wie der des philippinischen Pinatubos genügend Aerosole in die Atmosphäre jagen, um das Klima messbar zu beeinflussen. Allerdings erfassen Satelliten nur jene abkühlend wirkenden Schwefelsäuretröpfchen und Aschepartikel, die es bis in die Stratosphäre ab 15 Kilometern Höhe geschafft haben; darunter behindern Cirruswolken die Erfassung. Deshalb speisten Santer und Co nun zusätzlich vom Boden oder aus Flugzeugen erfasste Daten in ihr Klimamodell ein, was die gesamte Aerosolfracht besser wiedergibt. Insgesamt schätzen sie, dass Ausbrüche wie der des isländischen Eyjafjallajökull, des Tavurvur auf Neuguinea, des chilenischen Chaitén und zahlreicher weiterer Vulkane seit der Jahrtausendwende die Erde um 0,05 bis 0,12 Grad Celsius gekühlt und damit dem Klimawandel entgegen gewirkt haben. Zudem finden sich die Eruptionen in den Temperaturkurven, Feuchtigkeitswerten und dem Ausmaß der reflektierten Sonneneinstrahlung in höheren Atmosphärenschichten wieder. Sie zeigen, dass auch viele kleine Ausbrüche messbare Folgen haben können.