Psychologen liefern praktische Tipps für männliche Tänzer, die zuschauende Frauen für sich einnehmen wollen: Die Chancen steigen vor allem, wenn das rechte Knie geschmeidig bewegt und der Rumpf abwechslungsreich und raumgreifend gebeugt wird.

Die Wissenschaftler von der Northumbria University in Newcastle kamen zu dieser Erkenntnis, nachdem sie zunächst 19 männliche Freiwillige zu einem Trommelrhythmus tanzen ließen. Anschließend digitalisierten sie die unterschiedlichen Darbietungen in Form computergenerierter Avatare – also Figuren, die die typischen Bewegungen auf dem Bildschirm nachvollzogen. Den Tanz dieser Avatare sollten dann 37 Frauen beurteilen. Weitere Attraktivitätsmerkmale, die die Bewertung in der Realität unterbewusst beeinflussen, waren somit ausgeschlossen: Den genderneutralen Computertänzern fehlte es an individuell variierender körperlicher Attraktivität oder sozioökonomisch beeindruckenden Attributen – also coolen Klamotten, Tattoos oder Schmuck.

Anhand der weiblichen Urteile konnten die Forscher um Nick Neave schließlich entschlüsseln, welche Einzelfaktoren den Tanzstil mehr oder weniger attraktiv machen. Das Team hatte die Bewegungen dazu in 36 Subroutinen unterteilt, die von Armen, dem Rumpf oder den Beinen beim Tanzen regelmäßig vollzogen wurden – sie reichten vom Abbeugen des Oberkörpers bis hin zum Eindrehen von Hüfte, Handgelenk oder Knie.

Ausgewertet wurde nun, wie variabel, schnell und ausladend diese Tanzroutinen aneinandergereiht wurden. Eine statistische Analyse ergab schließlich, dass vor allem drei typische Bewegungsmuster gute von schlechten Tänzern scheiden: Die Chancen der Männer, gut auszusehen, steigen auf knapp 80 Prozent, wenn sie den Kopf möglichst variabel gegengleich zum Rumpf verdrehen, ihren Rumpf abwechslungsreich und raumgreifend beugen und strecken sowie ihr rechtes Knie eher schnell bewegen. Das gilt allerdings bislang nur für Rechtshänder, schränken die Forscher ein: Zu wenige Linkshänder hätten an der Studie teilgenommen.

Weltweit dürfte Männer brennend interessieren, welche Moves sie aufs Parkett zaubern sollten, um Frauen zu beeindrucken, meint Neave. Aus weiblicher Sicht liefere die Analyse des männlichen Tanzverhaltens wertvolle Informationen über die Qualität eines Paarungspartners: Gut möglich, dass das tänzerische Potenzial Attraktivität transportiert und ein echtes sexuelles Signal darstellt. Dies sei mit Blick auf die häufige kulturelle Verknüpfung von Tanz mit Hochzeits- oder Flirtritualen nicht verwunderlich. (jo)