Gleich mehrere Forscherteams haben trotz intensiver Suche keine Hinweise auf so genannte Wimps entdeckt, die als Topfavorit für die Teilchen der Dunklen Materie gelten. Sowohl das Team des LUX-Detektors in South Dakota als auch die Wissenschaftler des chinesischen Pendants PandaX-II sind bei ihren jüngsten Messungen leer ausgegangen, berichten die Forscher in zwei aktuellen Veröffentlichungen.

Beide Gruppen betreiben große, mit dem Edelgas Xenon gefüllte Tanks in Untergrundlaboren. Mit Hilfe ausgeklügelter Elektronik könnten die Forscher nachweisen, wenn ein Wimp darin mit einem Atomkern kollidiert. Das LUX-Team hielt insgesamt 332 Tage Ausschau nach solch einem Ereignis, PandaX-II knapp 99 Tage. Eigentlich sollten die hypothetischen, nur über die schwache Kernkraft wechselwirkenden Teilchen allgegenwärtig sein im Sonnensystem und in großer Zahl durch die Erde hindurchflitzen.

Auch das Fermi-Weltraumteleskop, das den Himmel nach Quellen von Gammastrahlung absucht, hat keine Spur der mutmaßlichen Dunkle-Materie-Teilchen entdeckt, wie die Forscher jüngst mitteilten. Manche Modelle für Wimps sagen voraus, dass sich diese bei einem Zusammentreffen im Weltall gegenseitig auslöschen und dabei einen charakteristischen Strahlungsblitz aussenden müssten. Ein Strahlungsdetektor an Bord von Fermi hat in mehr als sechs Jahren allerdings keine solchen Signale aufgefangen.

Mittlerweile bedrohen die Messdaten der Physiker einige der populärsten Wimp-Modelle. Darunter auch solche, die dem "minimalen supersymmetrischen Standardmodell" (MSSM) entstammen, einer beliebten Erweiterung des etablierten Regelwerks der Teilchenphysik. Bis Wissenschaftler die Vorhersagen sämtlicher Wimp-Varianten des MSSM überprüfen können, wird es noch einige Jahre dauern – mindestens bis zur nächsten Generation von Untergrunddetektoren, in denen statt derzeit einiger hundert Kilogramm mehrere Tonnen flüssiges Xenon auf Wimps warten werden.