Windkraftanlagen könnten den heutigen und zukünftigen Energiebedarf der Menschheit um ein Vielfaches decken, berichten Michael McElroy von der Harvard University in Cambridge und Kollegen, nachdem sie meteorologische Daten zusammengetragen und mit Hilfe von Computermodellen ausgewertet haben. Nötig sei allerdings ein Netzwerk aus vielen landgebundenen Windkraftanlagen.

In ihrem Modell teilten die Wissenschaftler den Globus in Flächenbereiche von etwa 3300 Quadratkilometern auf und unterteilten darin ingesamt 72 Schichten der Luftmasse bis zu einer Höhe von rund 80 Kilometern, um ein Modell des globalen Windsystems zu simulieren. Zudem ermittelten sie mit Meßstationen in 100 Meter Höhe in außerstädtischen, nicht bewaldeten und nicht mit Eis bedeckten Gebieten alle sechs Stunden Windgeschwindigkeit, Luftdruck und Temperatur.

Mit den Messwerten, dem Modell und verschiedenen optimierten Parametern von Windanlagen – etwa dem Abstand der Anlagen und der Größe ihrer Rotorblätter – berechneten die Forscher um McElroy, dass ein Netzwerk aus 2,5-Megawatt-Windkraftanlagen an Land den derzeitigen Stromverbrauch mehr als 40-mal decken könnte. Dabei müssten die Anlagen allerdings bei mindestens 20 Prozent ihrer Kapazität arbeiten, so das Team. Ein ähnlich großes Energiepotenzial stecke auch in einem Verbund von 3,6-Megawatt-Offshore-Windanlagen, die weniger als 90 Kilometer von der Küste entfernt in Wassertiefen von unter 200 Metern entstehen könnten.

Mögliche Hindernisse für Windparks sehen die Autoren allerdings in der Entfernung von geeigneten Standorten zu Bevölkerungszentren, was hohe Anforderungen an das auszubauende Stromnetz stellt. Zudem bestehen ökologische und ästhetische Einwände gegen Offshore-Anlagen. (mp)