Der Wirtschaftspreis der Schwedischen Reichsbank, auch als Wirtschafts-Nobelpreis bezeichnet, geht 2007 an Leonid Hurwicz, Eric Maskin und Roger Myerson aus den USA. Die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften zeichnet sie dafür aus, "die theoretischen Grundlagen des Mechanism Design" gelegt zu haben.

Mechanism Design untersucht, unter welchen Voraussetzungen ein bestimmtes wirtschaftspolitisches Ziel für alle Seiten optimal erreicht werden kann – von Handelsabkommen bis zur privaten Ebay-Auktion. Bevor Hurwicz die theoretischen Grundlagen dafür legte, untersuchte die Mikroökonomie solche Prozesse anhand der Mechanismen des Marktes. Doch sind die damit verknüpften Annahmen – wie perfekte Konkurrenz, vollständige Informationsverfügbarkeit, keinerlei Umwelteinflüsse auf Produktion und Konsum, Güter, die nur von einer Person konsumiert werden können – unrealistisch.

Leonid Hurwicz von der Universität von Minnesota definierte 1960 einen Mechanismus als ein Spiel, in dem die Teilnehmer untereinander oder über eine zentrale "Meldestelle" Botschaften austauschen. Außerdem war jeder Zusammenstellung von Botschaften bereits durch eine Regel von vorneherein ein spezifisches Ergebnis – wie eine Verteilung bestimmter Güter – zugeordnet. Je nach angenommenen Vorlieben ergeben sich dann aus den angewendeten Regeln mehrere mögliche Ergebnisse.

Eric Maskin vom Institute of Advanced Studies in Princeton und Roger Myerson von der Universität Chicago entwickelten das Konzept weiter, indem sie nach Mechanismen suchten, in denen alle möglichen Ergebnisse als optimal einzustufen wären. Mechanism Design spielt daher eine herausragende Rolle in allen Bereichen, in denen es um Verträge und Handel jedweder Form – in Wirtschaft wie Politik – geht.

Der Wirtschaftspreis der Schwedischen Reichsbank geht nicht auf Alfred Nobel zurück: Er wurde erst 1968 in Andenken an Nobel gestiftet und 1969 erstmalig verliehen: Ragnar Frisch and Jan Tinbergen bekamen in damals für die Entwicklung und Anwendung dynamischer Modelle in der Analyse ökonomischer Prozesse. Als momentan einziger Deutscher wurde 1994 Reinhard Selten von der Universität Bonn damit ausgezeichnet. Bislang findet sich keine Frau unter den Preisträgern. (af)