Sofia Zabalou von der Universität Kreta und ihre Kollegen schlagen Bakterien der Gattung Wolbachia als Schädlingsbekämpfungsmittel gegen die Mittelmeer-Fruchtfliege (Ceratitis capitata) vor. In Laborexperimenten konnten die Wissenschaftler zeigen, dass sich damit die Populationen drastisch verringern lassen, weil mit dem Bakterien infizierte Tiere weniger oder gar keine Nachkommen haben.

Wolbachia-Bakterien befallen viele verschiedene Insekten-Arten und setzen sich dort unter anderem in den Geschlechtsorganen fest. Über unterschiedliche Mechanismen beeinflussen sie den Fortpflanzungserfolg ihrer Wirte, indem sie beispielsweise das Geschlechterverhältnis verschieben oder Spermien beziehungsweise Eizellen infizierter Tiere mit denen nicht infizierter Artgenossen nicht mehr verschmelzen können.

Die Mittelmeer-Fruchtfliege, die über 250 landwirtschaftliche Nutzpflanzen befällt, ist normalerweise kein Wirt von Wolbachia. Den Forschern gelang es jedoch, sie mit Bakterien der verwandten Kirsch-Fruchtfliege (Rhagoletis cerasi) zu infizieren, nachdem Versuche einer Übertragung von Wolbachia aus verschiedenen Taufliegen-Arten misslungen waren.