Haben Astronomen den ersten extrasolaren Mond entdeckt? Dies könnte einem Forscherteam um Alex Teachey an der Columbia University in New York gelungen sein, das sich in seiner Publikation allerdings noch sehr vorsichtig ausdrückt. Demnach könnte den rund 4000 Lichtjahre von uns entfernten, jupitergroßen Exoplaneten Kepler 1625b im Sternbild Schwan ein wirklich riesiger Mond von der Größe Neptuns umrunden. Sollte sich diese Interpretation von Messdaten des Weltraumteleskops Kepler bestätigen, so könnte man auch von einem Doppelsystem aus zwei Gasriesen sprechen – etwas, was bislang noch nie entdeckt wurde.

Der Planet Kepler 1625b enthält etwa die zehnfache Masse von Jupiter und würde von seinem Mond in rund 19 Planetenradien Abstand umrundet. Ein solches System wäre dynamisch stabil und würde sich mehr als fünf Milliarden Jahre halten. Kepler 1625b umrundet seinen sonnenähnlichen Stern in 287 Tagen. Der Stern ist dabei, sich zu einem Roten Riesen zu entwickeln, und hat sich bereits auf den 1,8-fachen Durchmesser unserer Sonne aufgebläht – noch ist sein Planet weit davon entfernt, vom Stern verschlungen zu werden. Um mehr über das System herauszufinden, hat das Team um Teachey Beobachtungszeit auf dem Weltraumteleskop Hubble erhalten, wenn im Oktober 2017 der nächste Durchgang erfolgt. Die Forscher hoffen, mit Hubble den Planetentransit im Detail verfolgen zu können.

Aufgefallen war das System Kepler 1625b durch seine ungewöhnlich geformten Lichtkurven. Sie entstehen, wenn der Planet vor seinem Stern durchläuft und dabei dessen Licht geringfügig dämpft. Zusätzlich zeigten sie aber nicht den gewohnten Verlauf, sondern weitere markante Abweichungen, die sich auch mit einem optisch dichten Ringsystem ähnlich Saturn nicht erklären ließen. Daher gehen die Astronomen davon aus, dass ein riesiger Mond Kepler 1625b umrundet.